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USA-Mexiko

Kein deutsches Interesse am Mauerbau?

An Trumps geplanter Grenzmauer könnten auch deutsche Baufirmen mitverdienen. Auf einer Liste von Interessenten tauchen zwei deutsche Firmen auf. Doch die wollen damit nichts zu tun haben.

Donald Trump Portest Berlin (picture-alliance/dpa/M.Sohn)

Protestaktion in Berlin gegen Trumps Mauerpläne

Straßen, Brücken, Bahnhöfe - bis zu einer Billion US-Dollar sollen laut Präsident Donald Trump in Infrastrukturprojekte in den USA fließen. Noch ist unklar, woher das ganze Geld kommen soll, doch bei einem solchen Geschäft will auch die deutsche Bauindustrie nicht außen vor sein. Mit einem Projekt hat man in Deutschland aber ein Problem: Der Mauer, die Trump an der Grenze zu Mexiko errichten will, um illegale Einwanderung und Schmuggel zu verhindern.

Branchenriese Heidelberg Cement musste bereits heftige Kritik einstecken, als das Unternehmen seine Zementwerke in Texas und Arizona als Baustofflieferanten für den Mauerbau ins Spiel brachte. Als reiner Baustofflieferant wird Heidelberg Cement sich nun nicht an Ausschreibungen für den Mauerbau beteiligen. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge stehen jedoch zwei andere deutsche Firmen auf einer Liste von insgesamt 700 Interessenten für eine entsprechende Ausschreibung.

Transparenz statt Teilung

USA Washington Präsident Trump nach der zurückgezogenen Gesundheitsreform (Reuters/C. Barria)

Seine Mauer werde "schön", hat US-Präsident Trump versprochen

Der Bauer-Konzern aus Bayern, ein Familienunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern, dementiert, Interesse am Bau zu haben. "Die Vermutung, Bauer würde sich um den Mauerbau zwischen USA und Mexiko bewerben, entspricht nicht den Tatsachen," sagte Sprecher Christopher Wolf der DW. "Fakt ist, dass es in den USA üblich ist, sich bei Ausschreibungen auf Informationsverteiler setzen zu lassen - was in diesem Fall über 700 Firmen getan haben und ein Standardvorgang ist." Es gebe keine Bestrebungen, an diesem Projekt teilzunehmen. "Darüber hinaus lehnt Bauer die Rhetorik und die moralische Einstellung des US-Präsidenten Trump zum Thema Mauerbau und den Umgang damit vollständig ab."

Zweite Firma auf der vermeintlichen Interessenten-Liste: das Architekturbüro Leupold Brown Goldbach aus München. Doch auch diese Firma will kein Geld mit den Mauerplänen der US-Regierung verdienen. "Ganz im Gegenteil", sagt Mitgründer Andreas Leupold. "Mit unserer Architektur geht es uns um Offenheit, um Transparenz, um Demokratie, und nicht um das Trennen von Menschen." Deshalb wolle man Teil der Protestbewegung gegen den Bau der Grenzmauer sein. "Wir als Architekten haben uns dazu aufgerufen gefühlt, einen Beitrag dazu zu leisten", so Leupold. Und das könne man umso besser, je mehr man über die Pläne wisse. "Das ist ein monumentales Bauwerk, das da entstehen soll, und Architekten haben sich dazu tatsächlich noch nicht geäußert. Deswegen haben wir gedacht, das ist eine gute Plattform das mal kundzutun und weitere Diskussionen anzuregen."

Grenze Mexiko USA Grenzzaun Mauer Zaun Menschen Symbolbild (Getty Images/J.Sullivan )

Schon jetzt sind Teile der mexikanisch-amerikanischen Grenze mit einem Zaun gesichtert

Auch für Branchenriesen wie den Essener Baukonzern Hochtief ist der Mauerbau keine Option. Ende Februar tauchten Gerüchte auf, Hochtief wolle sich an der Ausschreibung für das Projekt beteiligen. Doch schnell kam ein Dementi. In der deutschen Baubranche scheint die Angst vor einem Imageschaden durch eine Baubeteiligung schwerer zu wiegen als die Hoffnung auf Gewinne.

"Man kriegt bestimmt auch keine gute Presse, wenn man sich als deutsche Firma daran beteiligt", meint Leupold. "In Deutschland hat das Wort Mauer eine große symbolische Kraft."

Zu tief sitzt wohl die Erinnerung an die Berliner Mauer und die Grenzanlagen, mit denen die DDR ihre Bürger von einer Flucht in den Westen abhielt, inklusive Selbstschussanlagen und Minenfeldern. 

3,60 Meter hoch waren die Betonelemente, die Deutschland in zwei Teile spalteten. Die Ausschreibung für Trumps Grenzbefestigung sieht größeres vor: Bis zu neun Meter hoch soll die Mauer an der Grenze zu Mexiko werden. Wer auch immer sich um den Bau bewerben will, soll zunächst einen drei Meter hohen Prototyp vorstellen. Deutsche Firmen werden voraussichtlich nicht dabei sein.

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