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Aktuell Amerika

Keiko Fujimori gesteht nach Präsidentenwahl in Peru Wahlniederlage ein

Die rechtspopulistische Politikerin Fujimori hat versprochen, eine "verantwortungsvolle Opposition" zu bilden. Für den Sieger Kuczynski dürfte das Regieren überaus schwierig werden - denn er hat das Parlament gegen sich.

Nach ihrer äußerst knappen Wahlniederlage in der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru hat Keiko Fujimori (Artikelbild) den Sieg ihres Rivalen Pedro Pablo Kuczynski anerkannt. Die rechtspopulistische Politikerin versprach, eine "verantwortungsvolle Opposition" zu bilden.

Die 41 Jahre alte Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori kündigte an, ihre Partei "Fuerza Popular" (Volkskraft) werde im Parlament "das Volk gegen Lobbies und Großunternehmen" verteidigen. Sie verfügt mit 73 der insgesamt 130 Abgeordneten über eine absolute Mehrheit im neugewählten Parlament. Kuczynskis Koalition hat indessen nur 18 Mandate gewonnen, weniger noch als die Linke (20). Fujimori machte die "Hass-Kampagne" gegen sie für die Niederlage verantwortlich.

Pedro Pablo Kuczynski nach Bekanntgabe seines Sieges (Foto: Reuters)

Pedro Pablo Kuczynski nach Bekanntgabe seines Sieges

Der neoliberale Wirtschaftsexperte Kuczynski (77) hatte die Wahl vom Sonntag hauchdünn mit 50,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Politische Bewegungen und Bevölkerungsschichten, die nicht unbedingt Kuczynskis Einstellungen teilten, hatten ihm in der Stichwahl ihre Stimmen gegeben, weil sie in Fujimori die politische Erbin ihres Vaters sehen, der von 1990 bis 2000 Präsident war und später wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde.

Kuczynski rief nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses in einer kurzen Rede zur Einheit auf und bot seiner unterlegenen Gegnerin Keiko Fujimori den Dialog an. "Danke Peru. Es ist Zeit, gemeinsam an der Zukunft unseres Landes zu arbeiten", schrieb der Sohn deutsch-französischer Einwanderer auf Twitter.

Weil das Ergebnis so knapp ausfiel, werden etwa 10.000 strittige Voten noch geprüft, wie die Wahlbehörde mitteilte. Eine Änderung des Wahlausgangs gilt aber als unwahrscheinlich. Nach Angaben der Wahlbehörde setzte sich Kuczynski, der in Peru nur PPK genannt wird, mit 50,12 Prozent der Stimmen knapp gegen Fujimori durch. Laut vorläufigem Endergebnis lag der ehemalige Weltbanker nur rund 41.000 Stimmen vor der Rechtspopulistin.

Demonstration gegen Keiko Fujimori Ende Mai in Lima (Foto: Reuters)

Demonstration gegen Keiko Fujimori Ende Mai in Lima

Kuczynski tritt die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Ollanta Humala an und wird am 28. Juli in sein Amt eingeführt. Damit rückt Peru wieder weiter nach rechts. Kuczynski war unter der Regierung von Alejandro Toledo Wirtschaftsminister und später Ministerpräsident. Er gilt als marktliberal und unternehmerfreundlich und setzt auch künftig auf den Bergbau, der in Peru rund 60 Prozent der Exporte ausmacht. Gleichzeitig hat er den betroffenen Gemeinden eine Basisversorgung mit Strom und Wasser versprochen und will die Trinkwasserversorgung ausbauen.

Wirtschaftlich steht der Andenstaat im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern gut da. Die Wirtschaft wächst um rund drei Prozent. Allerdings arbeiten mehr als 70 Prozent der erwerbstätigen Frauen und Männer ohne feste Arbeitsverträge und Sozialversicherungen im informellen Sektor.

stu/wl (dpa, epd)

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