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Fußball

Kehl hämmert Dortmund ins Halbfinale

Dank eines Traumtors von Sebastian Kehl gewinnt Dortmund im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Hoffenheim - erst nach Verlängerung. Der VfL Wolfsburg muss gegen den SC Freiburg nicht nachsitzen.

Jubelnde Dortmunder. Foto: Getty Images

Glückliche Dortmunder

Sebastian Kehl hat Borussia Dortmund auf seiner Abschiedstournee ins DFB-Pokal-Halbfinale geschossen. Der 35 Jahre alte Routinier erzielte in einem packenden Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim in der 107. Minute mit einem spektakulären Dropkick aus 25 Metern den Siegtreffer zum 3:2 (2:2, 1:2) nach Verlängerung. "Ich habe den Ball einfach super getroffen", sagte Kehl. "Ein bisschen Glück war auch dabei, weil mein Schuss vom Innenpfosten ins Tor ging. Aber das gehört eben dazu." Für Kehl war es sein erster Pokaltreffer für den BVB überhaupt. Vor über 80.000 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion trafen zudem Neven Subotic (19. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (57.) für den BVB. Kevin Volland (21.) und Roberto Firmino (28.) hatten für die zwischenzeitliche 2:1-Führung der starken Gäste gesorgt. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und Dortmund alles abverlangt", sagte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol. "Mit ein bisschen Glück hätten auch wir gewinnen können." Am Ende verpassten es die Hoffenheimer jedoch auch im sechsten Anlauf, erstmals in der Vereinsgeschichte das DFB-Pokal-Halbfinale zu erreichen.

Hoffenheim dreht das Spiel - zwischenzeitlich

Firmino nach seinem Tor zum 2:1 für Hoffenheim. Foto: Getty Images

Firmino nach seinem Tor zum 2:1 für Hoffenheim

BVB-Trainer Jürgen Klopp war im 40. Pflichtspiel der Saison schon vor dem Anpfiff gezwungen zu improvisieren. Mats Hummels und Marco Reus fielen wegen leichter Blessuren kurzfristig aus. Erstmals seit mehr als vier Monaten stand Erik Durm neben den ebenfalls neu aufgebotenen Henrich Mchitarjan, Shinji Kagawa und Torwart Mitch Langerak in der Startelf. Der BVB wirkte trotz der vielen Personalwechsel deutlich engagierter als noch bei der 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München. Nach 20 Minuten wurden die Dortmunder belohnt. Nach einer Ecke von Jakub Blaszczykowski war Subotic zur Stelle und schoss unhaltbar für Hoffenheims Torwart Oliver Baumann zum 1:0 ein. Doch die Gäste schlugen nur zwei Minuten später zurück. Per Volley-Abnahme traf Volland, ebenfalls nach einer Ecke, zum 1:1. Als sieben Minuten später ausgerechnet BVB-Torschütze Subotic als letztem Mann ein schlimmer Fehler unterlief, nutzte Firmino den Patzer eiskalt aus und überwand Dortmunds Torwart Langerak mit einem Heber zum 2:1 für die Hoffenheimer.

Der BVB schien nun völlig verunsichert. Erst nach dem Seitenwechsel drehten die Dortmunder wieder auf. Aubameyang gelang mit einem wuchtigen Kopfball der verdiente Ausgleich zum 2:2. Der Pokalsieger von 1965, 1989 und 2012 drängte nun auf die Entscheidung. Die fiel aber erst in der Verlängerung - durch den Sonntagsschuss von Sebastian Kehl. "Im Herbst meiner Karriere ist das eine schöne Anekdote, die ich mitnehme", sagte der Matchwinner und blickte voraus: "Natürlich habe ich diesen Traum, zum Ende meiner Karriere den Pott hochzuhalten."

Hoffenheims Torwart Baumann nach einem der drei Gegentreffer. Foto: Reuters.

Hoffenheims starker Torwart Oliver Baumann musste dreimal hinter sich greifen

Streich: "Meine Mannschaft wurde bestraft"

Zum dritten Mal in Serie steht der VfL Wolfsburg im Halbfinale des DFB-Pokals. Gegen den SC Freiburg tat sich der Tabellen-Zweite der Bundesliga jedoch lange Zeit schwer. Die Entscheidung fiel durch einen nicht unumstrittenen Foulelfmeter (72.), den Ricardo Rodriguez zum 1:0 (0:0)-Endstand verwandelte. "Es ist schade, wenn das Spiel auf diese Weise entschieden wird", sagte Streich über die strittige Szene, die zum Strafstoß führte. "Dann wird die Mannschaft so bestraft, das ist Wahnsinn." Streich ärgerte sich vor allem darüber, dass Schiedsrichter Tobias Stieler eine Viertelstunde vor Schluss bei einer harten Aktion des Wolfsburgers Maximilian Arnold im Strafraum gegen Felix Klaus keinen Elfmeter gab. Streichs Kollege Dieter Hecking wirkte nach dem Schlusspfiff eher erleichtert als euphorisch: "Wir wissen, dass wir Hammerwochen haben. Ein Riesenkompliment, wie meine Spieler diese Strapazen wegstecken, ohne zu jammern, ohne zu maulen."

Rodriguez verwandelt den Elfmeter zum 1:0. Foto: Getty Images

Ricardo Rodriguez bewies einmal mehr, dass er ein sicherer Elfmeterschütze ist

Rodriguez ganz cool

Die Wolfsburger taten sich gegen gut organisierte und zweikampfstarke Freiburger zunächst schwer. Die Gäste hätten durchaus in Führung gehen können. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit erspielten sich die "Wölfe" selbst gute Möglichkeiten. In der zweiten Hälfte waren die Gastgeber deutlich überlegen, drückten permanent auf das Freiburger Tor und wurden schließlich belohnt. Nach einem Foul am früheren Freiburger Daniel Caligiuri entschied Schiedsrichter Tobias Stieler sofort auf Strafstoß. Diese Chance ließ sich Rodriguez gegen seinen Schweizer Nationalelf-Kollegen Roman Bürki im Tor der Freiburger nicht entgehen und sorgte für die jetzt hochverdiente Führung. Demoralisiert wirkten die Gäste allerdings nicht. Maximilian Philipp hatte das 1:1 auf dem Fuß, scheiterte aber am erneut starken Wolfsburger Torwart Diego Benaglio (75.). Trotz aller Angriffsbemühungen schafften es die Freiburger nicht mehr, die VfL-Defensive zu überwinden.

Am Mittwoch

stehen die letzten beiden Viertelfinal-Duelle auf dem Programm. Drittligist Arminia Bielefeld empfängt Borussia Mönchengladbach (Anstoß 19 Uhr MESZ, DW-Liveticker ab 18.45 Uhr). Und Bayer Leverkusen spielt gegen Titelverteidiger FC Bayern München (im DW-Liveticker ab 20.30 Uhr).

Wenn Sie noch einmal in die Spiele vom Dienstag eintauchen wollen, können Sie hier nachlesen:

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