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Aktuell Asien

Kaum noch Hoffnung für Verschüttete in Sri Lanka

Nach dem verheerenden Erdrutsch im Osten Sri Lankas können die Rettungskräften zu den meisten Verschütteten immer noch nicht vordringen. Die Behörden gehen deshalb von bis zu 150 Toten aus.

"Die Hoffnung auf Überlebende schwindet, da die Hütten unter Schlamm begraben sind", erklärte ein Sprecher der Katastrophenhelfer. Den ganzen Tag über gruben sich Hunderte von Helfern durch die bis zu neun Meter dicke Schicht aus Erde und Geröll, doch zu den meisten Häusern konnten sie nicht vordringen. Außerdem beeinträchtigen anhaltende Regenfälle sowie der instabile Untergrund der umliegenden Hügel die Rettungsarbeiten.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie weiterhin große Mengen Wasser und Schlamm den Hang hinabflossen. Ein lokaler TV-Reporter beschrieb die Rettungsarbeiten so: "Die Armee setzt schweres Gerät ein, um die Erde zu bewegen, aber jedes Mal, wenn sie etwas wegschaufelt, rutscht mehr nach."

Rund 150 Hütten zerstört

Der Erdrutsch ereignete sich am Mittwochmorgen, nachdem tagelanger Monsunregen die Erde aufgeweicht hatte. Auf einer Breite von etwa 3,5 Kilometern war ein Hang abgebrochen und abgerutscht. Dabei wurden etwa 150 Wellblechhütten im Dorf Koslanda mitgerissen. "Ich hörte ein lautes Geräusch und dann verwandelte sich die ganze Gegend in einene Matsch-Fluss", berichtet ein Augenzeuge, der das Unglück von einer angrenzenden Teeplantage aus beobachtet hatte.

Die Behörden waren zunächst von 300 Vermissten ausgegangen, doch offenbar waren zum Zeitpunkt des Erdrutsches bereits viele Bewohner bei der Arbeit oder in der Schule. Bis zum Mittwochabend wurden 16 Leichen geborgen, die Zahl könnte jedoch auf mehr als 150 steigen, befürchten Helfer vor Ort. Katastrophenschutzminister Mahinda Amaraweera wollte die genannten Opferzahlen nicht bestätigen, weil viele Menschen aus der Region geflohen seien.

Die Monsunperiode ist für die Landwirtschaft und Stromerzeugung Sri Lankas außerordentlich wichtig. Gleichzeitig sorgt sie immer wieder für Tod und Zerstörung. Erst im Juni kamen durch Unwetter und Erdrutsche mindestens 13 Menschen ums Leben. Gerade Gebiete rund um Teeplantagen sind besonders gefährdet.

djo/ml (afp, dpa)