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Wirtschaft

Kaum Inflation in Euroland

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juni weniger stark gestiegen als im Vormonat. Damit scheint das Risiko eines Preisrutsches auf breiter Front immer noch nicht gebannt.

Wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag unter Berufung auf eine erste Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Ländern der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Mai waren es noch 0,3 Prozent gewesen.

Stärkste Preistreiber im Juni waren Lebensmittel, Getränke, Alkohol und Tabak mit 1,2 Prozent. Im Dienstleistungssektor wurde ein Plus von 1,0 Prozent verzeichnet. Industriegüter verteuerten sich um 0,4 Prozent.

Im April waren die Preise erstmals in diesem Jahr gestiegen: Die Jahresteuerung von 0,3 Prozent hatte die Hoffnung geweckt, dass die von der EZB im März ausgelöste Geldflut die unerwünscht niedrige Inflation nach oben treibt.

Geldflut durch EZB

Mit dem Kauf von Staatsanleihen in großem Stil will die Europäische Zentralbank (EZB) verhindern, dass es zu einem Preisrutsch auf breiter Front kommt, der eine Wirtschaft lähmen kann. Stabile Preise sehen die Währungshüter mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Grund für die derzeit geringen Inflationsraten ist vor allem der niedrige Ölpreis. So kostete Energie im Juni durchschnittlich 5,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ohne Energie lag die Inflationsrate deutlich höher - bei 0,9 Prozent.

Kaum Chancen auf höhere Infaltionsraten

Da die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf hohem Niveau verharrt, sehen Experten kaum Chancen, dass die Inflation kurzfristig deutlich anzieht. "Die Lohnzuwächse werden wahrscheinlich nicht groß genug ausfallen", erläuterte Expertin Jennifer McKeown vom Finanzhaus Capital Economics. Im Mai suchten 17,7 Millionen Männer und Frauen in der Euro-Zone einen Job. Das waren 35.000 weniger als im April und 939.000 weniger als vor einem Jahr. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote blieb bei 11,1 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2012.

ul/zdh (rtr, afp, dpa)