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Europa

Kaum Hoffnung für die Air-France-Passagiere

Einen Tag nach dem Verschwinden einer Air-France-Maschine über dem Atlantik schwinden die Hoffnungen auf Überlebende. Die brasilianische Luftwaffe hat inzwischen Wrackteile geortet.

Flugzeu, Foto: ap

Möglicherweise entdeckt: Wrackteile des Airbus 330 der Air France

Hunderte Kilometer vor der brasilianischen Küste haben Suchflugzeuge am Dienstag (02.06.2009) offenbar Wrackteile der verschollenen Air-France-Maschine gefunden. Ein Flugzeugsitz, Rettungswesten und Ölspuren wurden im Wasser gesichtet, erklärte die brasilianische Luftwaffe. Es könne aber nicht zweifelsfrei bestätigt werden, dass es sich um den Airbus A330-200 der französischen Fluggesellschaft handelte. Bergungsschiffe würden das Gebiet rund 650 Kilometer nördlich der Inselgruppe Fernando de Noronha erst am (morgigen) Mittwoch erreichen.

Auf den deutschen Flughäfen werden vergeblich wartende Abholer von Passagieren betreut. "Das kirchliche Notfallteam hat einige wartende Angehörige eines infrage kommenden Anschlussfluges aus Paris betreut", sagte ein Sprecher des Flughafens München am Dienstag (02.06.2009). Es habe aber nur "eine geringe Zahl" von Abholern einzelner Passagiere des Unglücksfluges gegeben. Sie seien zu einem Air-France-Schalter gerufen und dort seelsorgerisch betreut worden.

Menschen vor Ankunftstafel; Foto: ap

Angehörige in der Ankunftshalle in Paris

Nicht bestätigten konnte der Flughafensprecher die in Medien genannte Zahl von 26 deutschen Passagieren des abgestürzten Fliegers. "Derartige Listen hat nur die Fluglinie, aus Datenschutzgründen weiß das der Flughafen nicht", sagte der Sprecher und verwies auf Air-France-Informationen und das Auswärtige Amt.

Nach Angaben der französischen Fluggesellschaft Air France waren 26 Deutsche, 61 Franzosen und 58 Brasilianer an Bord der erst vier Jahre alten Maschine. Auch neun Italiener, sechs Schweizer, eine Österreicherin und fünf Briten flogen mit. Insgesamt waren mehr als 30 Nationalitäten an Bord. Die zwölf Besatzungsmitglieder waren alle Franzosen.

Steinmeier: fürchterliche Katastrophe

Das Auswärtige Amt hat die Zahl der deutschen Passagiere noch nicht bestätigt. Man prüfe gemeinsam mit den Behörden verschiedener Bundesländer alle vorliegenden Informationen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin. Er hoffe, "im Laufe des Tages" genauere Angaben machen zu können. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierte betroffen auf das Verschwinden des Flugzeugs: "Wir müssen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um eine furchtbare Katastrophe handelt", sagte Steinmeier am Dienstag in Prag. "Es ist eine schwere Stunde für uns alle, aber ganz besonders für unsere französischen Freunde und alle diejenigen Länder, die fürchten müssen, dass Angehörige ums Leben kamen", ergänzte der Außenminister. Seinen Angaben zufolge steht ein Krisenstab des Auswärtigen Amts in engem Kontakt mit Frankreich.

Das Flugzeug mitt 228 Insassen war in der Nacht zum Montag auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris von den Radarschirmen verschwunden und ist seither verschollen. Frankreich hat derzeit abwechselnd drei Flugzeuge im Einsatz, die in der senegalesischen Hauptstadt Dakar stationiert sind. Außerdem sind mehrere Schiffe der französischen Marine unterwegs zum mutmaßlichen Unfallort. Die französische Regierung bietet Angehörigen an, in die Zone zu reisen, in der das Flugzeug vom Typ A330-200 gesucht wird. Zudem hat Air France eine telefonische Hotline geschaltet unter 0033-157021055. (ina/mas/dpa/afp)

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