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Top-Thema – Podcast

Kaufrausch vor Weihnachten

Mehr gehetzte Menschen als Besinnlichkeit, mehr Werbeplakate als Kerzenglanz – die Adventszeit hat sich von ihrem ursprünglichen Sinn weit entfernt. Vor Weihnachten tun die Menschen vor allem Eines: konsumieren.‎‎

Zum Jahresende sieht Deutschland ganz verändert aus: In den Innenstädten laden Weihnachtsmärkte mit Glühwein und Leckereien zum Essen und Trinken im Freien ein. Unzählige Stände mit Geschenkartikeln und viel Kitsch regen zum Einkaufen an. In den Schaufenstern sieht man Tannengrün, Christbaumkugeln und Weihnachtsmänner.

Häuser, Bäume und Einkaufsstraßen sind schon vor dem ersten Advent mit blinkenden Lichterketten geschmückt. Auf Plakatwänden, in Fernseh-Werbespots und in den Geschäften wird pausenlos mit "Geschenkideen für Ihre Lieben zum Fest" geworben. Für den Einzelhandel ist der Advent eine der wichtigsten Jahreszeiten, denn dann wird der höchste Umsatz gemacht.

Ursprünglich war der Advent eine Fastenzeit und für die Christen eine Zeit des Wartens auf die Ankunft von Jesus Christus. Vom Fasten haben sich die heutigen Adventsbräuche aber längst entfernt: Bereits im September bieten die Geschäfte Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsterne an.

Viele Menschen sehnen sich in dieser Zeit auch nach Ruhe und Besinnlichkeit. Doch die meisten fühlen sich stattdessen gehetzt: Sie eilen von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, machen sich Gedanken, wo der Weihnachtsbaum gekauft wird, und jagen nach Geschenken für Freunde und Verwandte. Denn wie eine große Elektrohandelskette wirbt: "Weihnachten wird unterm Baum entschieden."


Glossar

Kaufrausch, der – die Kaufsucht; die übertriebene Kaufaktivität

gehetzt – so, dass man unter Zeitdruck steht; gestresst

Besinnlichkeit, die – die ruhige Atmosphäre zum Nachdenken über Wichtiges

Adventszeit, die (nur im Singular) – die Zeit vom vierten Sonntag vor Weihnachten bis Heiligabend

konsumieren – verbrauchen; ein Produkt kaufen

Glühwein, der – ein für Weihnachten typischer Wein mit Gewürzen, den man warm trinkt

Leckerei, die – umgangssprachlich für etwas, das besonders gut schmeckt

Kitsch, der (nur im Singular) – etwas, das geschmacklos erscheint; etwas, das zu gefühlsbetont wirkt

Tannengrün, das (nur im Singular) – Tannenbaumäste, die als Weihnachtsdekoration benutzt werden

Christbaumkugel, die – Kugeln, mit denen man den Weihnachtsbaum schmückt

Advent, der – hier: der Sonntag in der Adventszeit

etwas blinkt – ein Licht geht an und aus

mit etwas werben – mit etwas Werbung machen

Lieben, die (nur im Plural) – die Menschen, die man liebt

Einzelhandel, der (nur im Singular) – die kleinen Geschäfte

Umsatz, der – das Geld, das durch den Verkauf eines Produktes eingenommen wird

Fastenzeit, die – die Zeit, in der Gläubige bestimmte Sachen nicht oder weniger essen

Lebkuchen, der; Spekulatius, der; Zimtstern, der – für Weihnachten typische Gebäcke

Elektrohandelskette, die – eine Firma für elektrische Geräte, die mehrere Filialen hat

Fragen zum Text

1. Welche Ergänzung ist nicht richtig? Advent ist …

a) die Zeit vor Weihnachten, in der man sich auf das Weihnachtsfest vorbereiten kann.

b) die Woche, in der die Weihnachtsmärkte geöffnet werden.

c) ein christlicher Brauch in Deutschland.

2. Für den Einzelhandel ist die Adventszeit …

a) die beste Zeit des Jahres.

b) die stressigste Zeit des Jahres.

c) eine Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit.

3. Welche Aussage ist richtig? Viele Deutsche …

a) wollen in der Weihnachtszeit weniger fasten.

b) würden in der Adventszeit lieber mehr Ruhe haben.

c) machen sich zu Weihnachten keine Gedanken mehr über Geschenke.

4. Welches der Verben kann nicht mit der Präposition "zu" ergänzt werden?

a) werben

b) eilen

c) einladen

5. Welche der Präpositionen ergänzt die Lücke im Satz richtig? _______ Ruhe und Besinnlichkeit erleben die Deutschen in der Adventszeit Stress und Hetze.

a) trotz

b) ohne

c) statt

Arbeitsauftrag

Der Slogan der Elektrohandelskette lautet "Weihnachten wird unterm Weihnachtsbaum entschieden". Einige Vertreter der Kirche protestierten gegen diesen Slogan. Können Sie verstehen, warum, oder finden Sie, dass die Reaktion der Kirche übertrieben ist? Tauschen Sie Ihre Argumente im Plenum aus.

Autorinnen: Andrea Grunau/Natali Petala

Redaktion: Raphaela Häuser

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