Kauflaune ungebrochen | Wirtschaft | DW | 25.02.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Kauflaune ungebrochen

Die Verbraucher in Deutschland sind weiterhin guter Dinge. Das Konsumklima werde sich im März leicht verbessern, nachdem es im Februar auf hohem Niveau stagniert hatte.

Das erklärte das Marktforschungsunternehmen GfK am Donnerstag in Nürnberg. Hauptgrund dafür seien die deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen der Verbraucher. Die Ergebnisse signalisierten, dass sich die Bundesbürger noch immer nicht durch die intensiven Diskussionen um eine nachhaltige Lösung der Flüchtlingskrise beeinflussen ließen. Auch die nach wie vor bestehende "akute Terrorgefahr" sorge offenbar nicht für Verunsicherung unter den Verbrauchern.

Laut GfK steigt der Konsumklimaindex von Februar auf März leicht von 9,4 auf 9,5 Punkte. Ein wichtiger Grund dafür sei die nach wie vor "exzellente" Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes, erklärten die Konsumforscher.

Die positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt seien auch der Hauptgrund für die gestiegen Erwartungen an das Einkommen. Dies spiegele sich auch in den Forderungen der Gewerkschaften für die kommende Tarifrunde wieder. Die IG Metall etwa fordert fünf Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der Branche.

Die stabile Beschäftigungslage und die wenig verbreitete Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sind laut GfK ein wesentlicher Grund, warum auch die Konsumlaune der Deutschen weiterhin auf hohem Niveau bleibt. Einzig die Konjunkturerwartungen der Bürger verschlechterten sich im Vormonatsvergleich leicht.

Verbraucher - Fels in der Brandung

"Mit dem erfreulichen Start des Konsumklimas in dieses Jahr sind die Grundlagen dafür gelegt, dass auch 2016 ein gutes Konsumjahr werden kann", erklärten die Forscher. Sie sehen aber auch Gefahren: Neben der Flüchtlingskrise und der anhaltenden Terrorgefahr sind dies demnach die abstürzenden Energiepreise. Mittel- bis langfristig könne die Entwicklung dazu führen, dass die Investitionsneigung beeinträchtigt werde und dies sich wiederum negativ auf den Arbeitsmarkt auswirke.

Auch die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase in Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland könnte die exportlastige deutsche Wirtschaft "nachhaltig beschädigen". Das Marktforschungsunternehmen befragt für seinen Index monatlich rund 2000 Verbraucher.

Analysten haben sich angenehm überrascht über den unerwarteten Anstieg des Konsumklimas gezeigt. "Trotz schlechterer Stimmungsindikatoren in anderen Teilen der Wirtschaft ist der deutsche Konsument optimistisch" sagt Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Besonders positiv ist die stabile Anschaffungsneigung der Verbraucher, die auch in den kommenden Monaten den Konsum stützen wird. Die Sparquote ist zuletzt gestiegen, die Einkommenserwartungen sind gut, der Arbeitsmarkt läuft und die Zinsen sind niedrig. Um den Konsum muss man sich derzeit kein Sorgen machen."

"Die deutschen Konsumenten erweisen sich als ein Fels in der Brandung", ergänzt Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Trotz der globalen Schwächeanzeichen hat sich die Konsumlaune - gegen den europäischen Trend - verbessert. Die Konjunkturrisiken werden dabei nicht ausgeblendet, aber dank des stabilen Arbeitsmarkts, steigender Löhne und geringer Inflation steigt die Einkommenserwartung. Das Bild der robusten deutschen Binnennachfrage wird ein weiteres Mal unterstrichen."

wen/ul (dpa, rtrd)