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Kultur

Katze auf Rügen mit Vogelgrippe infiziert

Zum ersten Mal ist die Vogelgrippe in Deutschland auf ein Säugetier übergesprungen - sie wurde bei einer toten Katze auf Rügen festgestellt. In Sperrzonen sollen für Katzen und Hunde Hausarrest und Leinenzwang gelten.

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Gefährlicher Kontakt: Katzen können sich mit der Vogelgrippe anstecken

Ob die am Dienstag (28.2.2006) gefundene Katze auch an der für den Menschen gefährlichen Variante des H5N1-Virus starb, wird noch untersucht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium rief Katzenhalter zu besonderen Schutzvorkehrungen auf, warnte aber vor Panik. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für Tiergesundheit riet Katzenbesitzern, auf eine besondere Hygiene zu achten.

Stubenarrest und Leinenzwang in Sperrzonen

In Vogelgrippe-Sperrzonen müssen Katzen vorsichtshalber künftig im Haus gehalten und Hunde an der Leine geführt werden. Auf eine entsprechende Eilverordnung verständigte sich der nationale Krisenstab am Mittwoch (1.3.) bei einer Schaltkonferenz, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin mit. Die Sperrzonen befinden sich im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort infizierter Vögel. Die Bundesländer, in denen solche Sperrzonen bereits bestünden, würden dies sofort veranlassen.

Vogelgrippe - Rügen wird Schutzzone

Rügen ist Schutzzone

FLI-Präsident Thomas Mettenleiter betonte, dass Katzen sich infizieren können, wenn sie infizierte Vögel fressen. Das sei seit längerem aus Asien bekannt. Eine Ansteckung von Menschen durch infizierte Katzen sei aber bisher noch nicht nachgewiesen worden. Eine theoretisch nicht auszuschließende Ansteckung des Menschen könne vermutlich nur bei sehr innigem Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen. Das Institut riet, mit Katzen aus H5N1-Gebieten zum Tierarzt zu gehen, falls die Tiere Anzeichen schwerer Erkältungen zeigen sollten. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern veranlasste, dass ab sofort alle in den Überwachungsgebieten tot aufgefundenen Kleinsäuger, die mit Vögeln in Kontakt gekommen sein könnten, zu bergen und zu untersuchen sind.

Ansteckung von Katzen aus Asien bekannt

An der Wittower Fähre, wo zahlreiche H5N1-infizierte Wildvögel gefunden wurden, habe es massive Virenkonzentrationen gegeben, betonte eine FLI-Sprecherin. Dass sich Katzen unter diesen Umständen ansteckten, entspreche den weltweiten Erfahrungen. Fleischfresser könnten sich infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen. Nach Angaben des Instituts starben in den vergangenen Jahren in Asien mehrere Großkatzen wie Tiger und Jaguare in Zoos, die mit infiziertem Geflügel gefüttert worden waren. Auch Hauskatzen erwiesen sich als empfänglich für den Erreger. Eine Infektion von Hunden sei bisher nicht bekannt. (chr/kap)

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