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Kultur

"Katrina" hat gewütet

"Katrina" ist weiter gezogen. In den amerikanischen Südstaaten Mississippi, Alabama und Louisiana hinterließ der Wirbelsturm eine Schneise der Zerstörung. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar.

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Was vom Zuhause übrig blieb


"Wir wissen, dass einige Leute in der Falle sitzen, und wir beten, dass es ihnen einigermaßen gut geht", sagte der Gouverneur von Mississippi, Haley Barbour. "Katrina" hat offiziellen Angaben zufolge Dutzenden Menschen das Leben gekostet. Mehr als 50 Tote wurden aus Mississippi gemeldet. Auch das Ausmaß der Zerstörung wird langsam sichtbar.

Hunderte Ortschaften stehen in Alabama, Louisiana und Mississippi unter Wasser, zigtausende Häuser sind beschädigt. Rettungsmannschaften versuchten teilweise vergeblich, sich Zugang zu den Katastrophen-Gebieten zu verschaffen. Hubschrauber holten ganze Familien aus ihren umfluteten Häusern, viele Menschen wurden in letzter Minute mit Booten in Sicherheit gebracht.

Land unter wegen Katrina

Land unter

Schutt und Trümmer

1,3 Millionen Haushalte, Geschäfte und Unternehmen waren in den drei Südstaaten Mississippi, Alabama und Louisiana ohne Strom. Der Gouverneur des Bundesstaates Mississippi, Haley Barbour, sagte, die Küste entlang des Golfs von Mexiko sehe aus "wie von einer schweren Keule getroffen".

Über die Küstenstadt Gulfport brach eine knapp sieben Meter hohe Flutwelle herein. Behördenvertreter sprachen von der "Demontage einer schönen Stadt" und der "Hölle auf Erden". In Biloxi blieben von Restaurants und Pubs auf der Uferpromenade nur Schutt und Trümmer übrig. Das neue Hard Rock Casino, das kommende Woche eröffnet werden sollte, muss vollständig neu gebaut werden. Der Hafen ist nach Augenzeugenberichten nicht mehr vorhanden. US-Präsident George W. Bush erklärte Teile der beiden Bundesstaaten Louisiana und Mississippi zu Katastrophengebieten, um schneller Bundeshilfe auszahlen zu können.

Jim Pollard vom Katastrophenschutzzentrum des Bezirks Harrison sagte, in seinem Bezirk seien mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, der größte Teil davon in einem Appartementkomplex in Biloxi an der Golfküste. Drei weitere Menschen wurden in Mississippi von umstürzenden Bäumen erschlagen. Zwei Personen kamen im Nachbarstaat Alabama bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die Behörden rechnen jedoch angesichts der schweren Überschwemmungen mit weiteren Todesopfern.

Land unter

Mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von gut 230 Stundenkilometern war der Hurrikan "Katrina" am Montag über die Stadt New Orleans am Mississippi-Delta hereingebrochen. Allein in der Gemeinde St. Bernard östlich von New Orleans standen nach ersten Schätzungen 40.000 Häuser unter Wasser. In der Metropole selbst stürzten nach Behördenangaben 20 Häuser ein, an manchen brachen ganze Fassaden weg. Straßenzüge verwandelten sich in reißende Ströme. Häuser verschwanden bis zu den Dächern im Wasser. Mehr als 200 Bewohner warteten nach Angaben von Bürgermeister Ray Nagin auf den Dächern auf Hilfe, weil Rettungsboote knapp wurden. Bei der Evakuierung der Stadt sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Katrina fällte Bäume

Hier geht's nicht weiter

New Orleans bleibt nach wie vor gesperrt. Highways und Straßen sind überflutet, es gibt weder Strom noch Trinkwasser, sagte die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco. Ohne Stromversorgung arbeitet allerdings auch das Pumpensystem nicht mehr, das die Stadt trocken legt. Mehr als 70 Prozent des Stadtgebiets von New Orleans liegen unterhalb des Meeresspiegels. Kathleen Blanco bat die mehr als eine Million Menschen, die sich im Landesinneren in Sicherheit gebracht hatten, vorerst nicht zurückzukommen.

Von Hurrikan-Kategorie 5 zum Tropensturm

"Katrina" wird voraussichtlich der kostspieligste Wirbelsturm, der die USA je getroffen hat. Nach ersten Schätzungen könnte er mehr als 30 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) kosten - und damit mehr als Hurrikan "Andrew", der 1992 in Florida und Louisiana 52 Menschen tötete und 100.000 Häuser zerstörte. Auf seinem Weg landeinwärts schwächte sich der Wirbelsturm ab und wurde vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft. Begleitet von gefährlichen Windspitzen und starken Regenfällen zog "Katrina" weiter nach Tennessee. (arn)

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