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Kultur

Katholischer Gottesdienst aus Gräfenhainichen

Der Deutschlandfunk überträgt den Gottesdienst aus der Filialkirche Maria - Hilfe der Christen

Katholische Filialkirche Maria – Hilfe der Christen, Gräfenhainichen

Innenansicht der Filialkirche Maria - Hilfe der Christen

Zelebrant und Prediger ist Pfarrer Andreas Ginzel. Die kirchliche Leitung hat Thomas Lazar. Der feierliche Gottesdienst wird musikalisch gestaltet vom Bläserensemble Familie Göttsche aus Rösa, unter der Leitung von Sven Göttsche. Die Orgel spielt Hubertus Forth aus Sandersdorf.

An diesem Sonntag feiert die katholische Kirche den Christkönigssonntag, einen relativ jungen Feiertag. Das Erschrecken über die Auswirkungen irregeleiteten menschlichen Machtstrebens veranlasste die katholische Kirche sieben Jahre nach dem ersten Weltkrieg dazu, das Christkönigsfest einzuführen. Nur Christus, so Pfarrer Ginzel in seiner Predigt, ist der König der Welt, ja, der gesamten Schöpfung. Er allein ist die letzte Autorität für jeden Christen. Damit aber sollte er auch die letzte Instanz sein, vor der jeder menschliche Befehl und jedes menschliche Urteil sich rechtfertigen muss.

Die katholischen Jugendverbände begingen dieses neue Fest schon kurze Zeit später als Jugendbekenntnissonntag und grenzten sich so gegen den aufkommenden nationalsozialistischen Führerkult ab. Auch für die katholischen Jugendlichen in der DDR war das Bekenntnis zu Christus als dem König eine Absage an den Totalitätsanspruch des atheistischen Staates.

Der kleine Ort Gräfenhainichen, aus dem der heutige Gottesdienst übertragen wird, liegt zwischen Leipzig, Dessau und Wittenberg in der Dübener Heide. Es ist die Geburtsstadt des Liederdichters und evangelischen Pfarrers Paul Gerhardt.

Die katholische Gemeinde in Gräfenhainichen gehört seit gut vier Jahren zur Pfarrei Heilige Familie Bitterfeld. Rund 2700 katholische Christen leben dort verstreut über ein Gebiet von etwa 400 Quadratkilometern. Kirchlich gesehen ist die Region bis heute von der Reformation Martin Luthers geprägt. Über Jahrhunderte gab es hier keine katholischen Christen mehr und erst mit der zunehmenden Industrialisierung haben sich Mitte des 19. Jahrhunderts in und um Bitterfeld wieder Katholiken angesiedelt.

Einen großen Zuwachs hatte die Pfarrei noch einmal, als am Ende des Zweiten Weltkriegs viele Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten kamen. Da wurde die Pfarrkirche mit einem Mal viel zu klein, und so kam es, dass die katholischen Christen für ihre Gottesdienste auch die Kirchen der evangelischen Mitchristen nutzen durften. Spätestens seit dieser Zeit gibt es ein sehr gutes Verhältnis zu den evangelischen Gemeinden. Auch wenn die katholischen Christen nach wie vor eine Minderheit darstellen, bringen sie sich doch an vielen Orten und bei vielen Gelegenheiten für die Gesellschaft und die Anliegen der Menschen ein. So stehen beispielsweise ihr Kindergarten St. Josef und das Caritas-Pflegeheim St. Marien allen Menschen offen.

Verantwortliche Redakteurin: Dr. Silvia Becker, Katholische Hörfunkbeauftragte