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Katars politische Krisen

Katar will wieder Diplomaten in den Iran schicken

Inmitten der Krise am Golf schickt Katar nach eineinhalb Jahren wieder einen Botschafter in den Iran. Doha hatte seinen Botschafter Anfang 2016 aus Teheran abgezogen.

Katar Iranische Botschaft in Doha (Imago/Karo)

Irans Botschaft in Katar (Archivbild) ist zwar besetzt, aber Doha hatte seinen Botschafter aus Teheran abgezogen

Es werde angestrebt, die bilateralen Beziehungen zu Teheran "in allen Bereichen" zu stärken, erklärte das Golfemirat. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten waren nach gewaltsame Protesten in Katar angespannt. Hintergrund war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im Iran. Aufgebrachte Menschen griffen damals die saudiarabische Botschaft in Teheran an und setzten das Gebäude in Brand. Anfang 2015 zog das Emirat wie andere sunnitische Staaten aus Solidarität mit Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Teheran ab.

Katar ist derzeit in einen diplomatischen Konflikt mit Saudi-Arabien und weiteren Nachbarstaaten verwickelt. Riad und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Doha abgebrochen und eine Blockade verhängt. Sie werfen dem gasreichen Golfemirat vor, Terrororganisationen zu unterstützen und zu enge Beziehungen zu Riads Rivalen Iran zu unterhalten. Katar weist die Vorwürfe zurück.

Derweil zeichnet sich auch zwischen den regionalen Rivalen Iran und Saudi-Arabien ein Ende der diplomatischen Eiszeit ab. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kündigte erstmals seit den Vorfällen im Januar 2016 gegenseitige diplomatische Besuche an. Nach der Pilgerfahrt nach Mekka im September würden Diplomaten beider Länder die Botschaften im jeweiligen Gastland inspizieren, sagte Sarif der Nachrichtenagentur Isna.

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Der Katar-Experte Nicolas Bremer zur Krise

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Anzeichen für eine Entspannung im Verhältnis der Regionalmächte gegeben. Anders als im Vorjahr dürfen Iraner wieder nach Mekka und Medina pilgern. Saudi-Arabien will dem Iran außerdem erlauben, während der Hadsch vorübergehend Konsulate im Königreich zu eröffnen.

myk/sti (afp, rtrd, dpa)

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