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Kultur

"Kartoffelkäfer" sind die beste Werbung

Alemannia Aachen hat das geschafft, was bisher keiner Mannschaft aus der 2. Bundesliga gelungen ist: Der Einzug in die Runde der letzten 32 Teams des UEFA-Pokals. Doch der Erfolg hat eine lange Geschichte.

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Alemannia Aachen will die Erfolge von 2004 noch steigern


Aachen, die Kaiserstadt im Dreiländereck Deutschland - Belgien - Niederlande, war international bisher bekannt durch den Dom, die Printen, die heißen Quellen oder durch Karl den Großen. Nun präsentiert sich Aachen den europäischen Nachbarn mit Einsatz, Kampf und Leidenschaft. Die Alemannia, die um den Aufstieg in die 1. Bundesliga kämpft, feiert im UEFA-Pokal den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte und weckt damit das Interesse an den "Kartoffelkäfern" vom Tivoli, wie sie sich selbst liebevoll nennen.

30 Pfennig Mitgliedsbeitrag

Präsident Horst Heinrichs sieht dem Hinspiel gegen AZ Alkmaar am Donnerstag (17.2.2005) mit gemischten Gefühlen entgegen: "Sportlich ist das eine Aufgabe, an der wir zu knabbern haben werden, denn Alkmaar spielt bisher eine hervorragende Saison." Doch die Möglichkeiten, die sich durch ein Weiterkommen bieten, sind verlockend. "Das mögliche Achtelfinale gegen Schalke", so Heinrichs, "würde sicher zweimal ein ausverkauftes Haus und Riesenspiele bedeuten."

Alemannia Aachen Mannschaftsbild



Der "Fußballclub Alemannia", der am 1.12.1900 von 18 Schülern der Aachener Oberschulen gegründet wurde, ist ein Traditionsverein, der schon viele Höhen und Tiefen miterlebt hat. Die Namensgebung sollte zum einen die preußische Herkunft symbolisieren, andererseits war der Name 1. FC Aachen bereits vergeben gewesen. So startete die Alemannia bereits zwei Wochen nach Gründung mit ihrem ersten Spiel. Der "Vereinsball" wurde von den damaligen Mitgliedsbeiträgen in Höhe von 30 Pfennig angeschafft.

Der "Tivoli" entsteht

An Eintrittsgelder durch Zuschauer war damals nicht zu denken, da sich das damalige Vereinsgelände auf einem Kasernenhof befand und nur Vereinsmitglieder und Militär Zugang hatten. So mussten sogar die gegnerischen Mannschaften auf Schleichwegen auf den Platz geleitet werden. Doch mit dem Bau eines neuen Stadions sollte der Grundstein für eine abwechslungsreiche Geschichte mit Vize-Meisterschaft, Pokalendspielen sowie Auf- und Abstiegen gelegt werden.

Stadion von Alemannia Aachen, Tivoli

Der "Tivoli" - eine Stein gewordene Legende

1928 wurde das heutige Stadion namens "Tivoli", benannt nach einem alten Ausflugslokal "Gut Tivoli", eingeweiht. Nach mehreren Umbaumaßnahmen besitzt der heutige "Tivoli" ein Fassungsvermögen von 22.500 Zuschauern, unter anderem mit einem eigenen Junior-Block für Kinder bis 14 Jahre.

Die "Goldenen Jahre"

Doch erlebte man trotz neuem "Geläuf" leider auch Tiefschläge. So zählen die Abstiege in den Amateurbereich in den Jahren 1970 und 1990 sicherlich zu den schlimmeren Erlebnissen eines Aachen-Fans. Man spricht daher in Aachen lieber von den "Goldenen Jahren" und meint damit die Zeit von 1950 bis 1969. Zwei DFB-Pokalfinal-Teilnahmen, der Aufstieg in die noch junge Bundesliga im Jahr 1967 und die Vize-Meisterschaft in der Saison 1968/69 waren die damaligen Höhepunkte in der Vereinsgeschichte.

Aber nun ist mit der UEFA-Pokal-Zwischenrunde eine Erfolgsgeschichte hinzugekommen, die, wenn es nach Trainer Dieter Hecking geht, durchaus noch weiter gehen darf. "Was hier im letzten halben Jahr passiert ist, ist unglaublich. In der Liga galten wir nach dem großen Umbruch nicht als unmittelbarer Aufstiegskandidat, im UEFA-Cup waren wir der größte Außenseiter. Aber wir sind überall auf Kurs", zollt Hecking dem Team hohes Lob, und fügt an: "Mehr Werbung kann man für eine Stadt kaum machen."

Prestige-Gewinn für den Verein

Ein guter Abschluss des Jahres 2004, dieses Jahr soll aber noch besser werden. Die Voraussetzungen sind geschaffen. Die Mannschaft spielt in der 2. Bundesliga oben mit, ist mit Platz 4 immer noch nah am Aufstiegsplatz. Und der Verein ist dank der höchst willkommenen Millionen-Einnahmen aus dem UEFA-Cup wirtschaftlich gesund.

Daneben bedeutet der Erfolg aber auch einen großen Prestige-Gewinn für den Verein. Und die Fans belohnen den Erfolg mit ihrer Unterstützung - so wurde bereits Dauerkarte Nummer 10.000 verkauft, das bedeutet Vereinsrekord. Gute Werbung also für den Verein, aber sicherlich auch für die Kaiserstadt im Dreiländereck.

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