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Asien

Karsai wirbt um die Gunst seiner Feinde

Der afghanische Präsident will zahlreiche Taliban-Führer von der UN-Terrorliste streichen lassen, um einem Ausgleich mit den Islamisten näher zu kommen. Unterstützung bekommt er dabei auch von den USA.

der afghanische Präsident Hamid Karsai (Foto: AP)

Um eine Verständigung mit den Aufständischen bemüht: der afghanische Präsident Karsai

Um die Friedensgespräche mit den islamistischen Aufständischen voranzubringen, sollen nach dem Willen des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai etwa 50 hochrangige Taliban von der UN-Terrorliste gestrichen werden. Dies berichtete die "Washington Post" am Montag (12.07.2010) unter Berufung auf einen Kabuler Regierungsvertreter. Bei diesen Taliban handele es sich um solche, die weder zum Terrornetzwerk El Kaida gehörten noch gegen die internationalen Truppen und die afghanische Armee kämpften.

Mit Gewehren bewaffnete Taliban-Kämpfer auf der Straße von Kandahar nach Herat (Foto: dpa)

Können die Taliban zum Ausgleich mit der Regierung in Kabul bewegt werden?

Als offizielle Vorbedingungen formulierte die Führung in Kabul bislang, dass die Aufständischen der Gewalt abschwören, die afghanische Verfassung anerkennen und ihre Kontakte zu internationalen Terrororganisationen abbrechen. Karsais Regierung dringe nun aber verstärkt auf die Streichung der rund 50 Talibanführer von der UN-Liste, um den seit fast neun Jahren währenden Konflikt zwischen seiner Regierung und den Islamisten beizulegen, so die "Washington Post" weiter. Insgesamt sind auf dieser Liste die Namen von 137 terrorverdächtigen Taliban und El-Kaida-Kämpfern verzeichnet.

Holbrooke verhandelt mit Vereinten Nationen

Der Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke (Foto: AP)

Unterstützt Karsai: der US-Sondergesandte Holbrooke

Die USA unterstützen dem Zeitungsbericht zufolge den Staatschef bei seinen Bemühungen. Der Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, sei deshalb in der vergangenen Woche nach New York gereist, um in Gesprächen mit UN-Vertretern diese von der Streichung der Talibanführer von der Terrorliste zu überzeugen. Die Vereinten Nationen fordern allerdings noch mehr Beweise, dass die Betroffenen der Gewalt tatsächlich abgeschworen haben.

Die USA dringen auf eine Einigung noch vor der internationalen Afghanistan-Konferenz am 20. Juli in Kabul. Die Streichung einiger der gewalttätigsten Taliban von der schwarzen Liste wie etwa des obersten Anführers Mullah Mohammed Omar lehnt die amerikanische Regierung laut "Washington Post" jedoch ab.

Autor: Stephan Stickelmann (dpa, rtr, apn, afp)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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