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Politik

Karsai und Merkel erörtern Engagement

Einen Tag vor der Afghanistan-Konferenz hat Kanzlerin Merkel in Berlin das künftige Vorgehen Deutschlands mit dem afghanischen Präsidenten Karsai besprochen. Im Lauf des Tages soll eine Regierungserklärung folgen.

Merkel und Karsai geben sich die Hand (Foto: AP)

Deutschland will Afghanistan auch in Zukunft zur Seite stehen

Deutschland wolle Afghanistan auch nach einem Abzug der internationalen Truppen unterstützen, versicherte die Kanzlerin am Mittwoch (27.01.2010) nach ihrem als Arbeitsfrühstück deklarierten Treffen im Kanzleramt mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

Mit Blick auf die morgen beginnende internationale Konferenz in London forderte Merkel, auch die Staatengemeinschaft müsse dieses Versprechen geben. Wenn die Afghanen eines Tages ihre Sicherheitsbelange selbst in die Hand nähmen, wolle man das Land am Hindukusch nicht vergessen, sagte Merkel. Es gehe darum, Afghanistan auch danach weiter zu unterstützen. Dies könne auch finanzielle Zusagen einschließen.

Karsai will Deutschland entlasten

Karsai bekräftigte seinerseits die Absicht, möglichst bald selbst die Verantwortung für die Sicherheit in seinem Land übernehmen zu wollen. Ein konkretes Datum für einen Abzug der internationalen Truppen nannte er nicht.

deutsche ISAF-Soldaten (Foto: AP)

Die deutschen Soldaten am Hindukusch sollen in Kürze Verstärkung erhalten

Er betonte aber, dass dies möglichst 2014 zum Ende seiner Präsidentschaft erreicht werden sollte. Mit Blick auf das deutsche Engagement sagte er: "Afghanistan möchte Ihnen bald diese Last abnehmen."

Verantwortungsvolle Übergabe

Vor dem Hintergrund der neuen Afghanistan-Strategie der Bundesregierung sprach Merkel von einer neuen Phase der "Übergabe in Verantwortung". Damit solle den radikalislamischen Taliban klar gemacht werden, dass die internationale Gemeinschaft dafür sorgen wird, dass die Sicherheit in Afghanistan garantiert bleibt. Genau darin liege eine länger dauernde Verantwortung für Afghanistan, betonte Merkel.

Im Rahmen ihrer künftigen Afghanistan-Strategie will sich Deutschland verstärkt der Ausbildung von Sicherheitskräften widmen. Dazu sollen bis zu 850 weitere Bundeswehrsoldaten an den Hindukusch geschickt werden.

Geplant ist, auch die Zahl der Polizeiausbilder von derzeit 123 auf 200 zu erhöhen. Spätestens 2011 soll dann mit dem allmählichen Abzug der Soldaten begonnen werden. Bevor Außenminister Guido Westerwelle das neue Konzept bei der Afghanistan-Konferenz am Donnerstag in London vorstellt, will die Kanzlerin dazu eine Regierungserklärung vor dem Bundestag abgeben.

Autorin: Eleonore Uhlich (dpa,apn)

Redaktion: Annamaria Sigrist

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