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Politik

Karsai ordnet dreitägige Staatstrauer an

Bei dem bislang schwersten Selbstmordanschlag in Afghanistan wurden mindestens 41 Menschen getötet. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand, die Taliban wiesen diesmal jede Verantwortung von sich.

Tatort im Norden Kabuls, Foto: AP

Die Taliban weisen jede Verantwortung von sich

Nach dem bislang schwersten Selbstmordanschlag in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai am Mittwoch (7.11.2007) eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Karsai ordnete an, landesweit die Flaggen auf halbmast zu setzen. "Die afghanische Nation ist weitaus stärker, als der Feind glaubt. Solche Vorfälle bringen uns nicht von unseren Zielen ab", sagte Karsai. Nach seinem Kenntnisstand seien bei dem Anschlag 41 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Parlamentsabgeordnete. Etwa 120 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Zahlen seien allerdings noch vorläufige, fügte Karsai hinzu.

Nato-Soldaten, Quelle: AP

Nato-Soldaten liefern sich ständig Gefechte mit der radikal-islamischen Miliz

Der Anschlag war am Dienstag in der Provinz Baghlan, 150 Kilometer nördlich von Kabul, verübt worden, als eine Parlamentarierdelegation eine mit deutschen Mitteln geförderte Zuckerfabrik im Norden des Landes besichtigte. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die Taliban, die mit Abstand die meisten Anschläge in Afghanistan verüben, wiesen diesmal jede Verantwortung von sich.

Auch Kindern unter den Opfern

Vize-Handelsminister Ziauddin Zia, der der Delegation angehörte, sprach von Dutzenden Toten bei dem Anschlag in der Provinz Baghlan. Unter den Opfern seien auch Schulkinder, sagte Zia. Ebenfalls soll unter den getöteten Abgeordneten Sajed Mustafa Kasimi sein, ein früherer afghanischer Handelsminister und mächtiger Politiker der Nordallianz. Aus dem Parlament in Kabul hieß es, der Sprecher der oppositionellen Vereinten Front, der prominente Abgeordnete Mustafa Kazimi, sei auch ums Leben gekommen.

Taliban nehmen Bezirkshauptstadt ein

Polizist steht bei einem durch ein Attentat zerstörten Polizeiwagen in Chaprahar in Ostafghanistan, Quelle: AP

Auch in Chaprahar in Ostafghanistan wurde ein Anschlag verübt, bei dem drei Polizisten starben

Im zentralen Hochland von Afghanistan überrannten unterdessen rund 60 Taliban-Kämpfer einen weiteren Bezirk. Sie beschossen die Bezirkshauptstadt Kadschran mit schwerer Artillerie, vertrieben die Polizisten und unterbrachen die wichtigste Straßenverbindung der Region, wie der Gouverneur der Provinz Day Kundi, Sultan Ali Urusgani, mitteilte. Ein mutmaßlicher Taliban-Kommandeur erklärte der Nachrichtenagentur AP, die Taliban kontrollierten den ganzen Bezirk. Ein neuer Führer für den Bezirk werde in Kürze ernannt.

Die Taliban kontrollieren bereits zwei Bezirke in der westlichen Provinz Farah. In der Vergangenheit haben sie oft abgelegene Bezirke eingenommen, diese dann aber unter dem militärischen Druck der Regierungstruppen und der NATO wieder räumen müssen. Die Kämpfe sind in diesem Jahr eskaliert: Seit Jahresbeginn kamen mehr als 5600 Menschen ums Leben - die meisten von ihnen in den Reihen der Aufständischen. (ina)

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