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Asien

Karsai akzeptiert Stichwahl in Afghanistan

Zwei Monate nach der umstrittenen Präsidentenwahl muss sich der vermeintliche Sieger Hamid Karsai nun doch einer Stichwahl stellen. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass Karsai die absolute Mehrheit verpasst hat.

Präsident Hamid Karsai (Foto: DW)

Hamid Karsai, jetzt wieder Präsidentschaftskandidat

Am 7. November müssen die Afghanen noch einmal an die Urnen. Dann entscheiden sie in einer Stichwahl, ob Hamid Karsai weiter Präsident am Hindukusch bleiben oder ob sein Herausforderer Abdullah Abdullah das Ruder übernehmen soll. Nach der Wahl im August gab es zahlreiche Vorwürfe, dass die absolute Mehrheit Karsais mithilfe von Wahlbetrug erreicht worden sei. Mit seiner Zustimmung zur Stichwahl hat Karsai am Dienstag (20.10.2009) erstmals akzeptiert, dass er nach Abzug der ungültigen Stimmen die erforderliche Mehrheit nicht erreicht hat.

"Fortschritt für die Demokratie"

Am Montag hatte die afghanische Wahlbeschwerdekommission (ECC) ihren Bericht zu den Wahlen der unabhängigen Wahlkommission (IEC) übergeben. Darin erklärte sie die Auszählungsergebnisse von 210 Wahllokalen für ungültig. Die genauen Ergebnisse für die Kontrahenten Abdullah und Karsai, die jetzt neu ermittelt wurden, sollen am Mittwoch bekannt gegeben werden. IEC-Sprecher Noor Mohammed Noor sagte, die Entscheidung für eine Stichwahl, sei "ein Fortschritt für die Demokratie in Afghanistan".

Die Abhaltung einer Stichwahl in Afghanistan binnen gerade mal knapp drei Wochen ist logistisch eine große Herausforderung. Zudem muss sichergestellt werden, dass es nicht wie bei der ersten Abstimmung zu massivem Wahlbetrug kommt. Das kurzfristige Datum ist wohl dem Wetter geschuldet: Sobald der Winter am Hindukusch voll einsetzt, ist eine landesweite Wahl nicht mehr durchführbar.

Die Kontrahenten

Hamid Karsai galt lange Zeit als Hoffnungsträger des Westens. Doch der 51-jährige Präsident der Islamischen Republik Afghanistan ist inzwischen vom Volk weitgehend isoliert, und die internationale Staatengemeinschaft steht ihm zunehmend skeptisch gegenüber. Trotz Anschlägen auf sein Leben und wachsender Unzufriedenheit über seine Regierung kämpft Karsai um eine zweite Amtszeit.

Abdullah Abdullah kennt seinen Gegner im Zweikampf um das Präsidentenamt gut. Der promovierte Augenarzt war bis 2006 Außenminister im Kabinett Karsai. Der Sohn einer Tadschikin und eines Paschtunen gilt im Vergleich zu Karsai als liberaler. Abdullah will einen Wechsel vom Präsidial- hin zu einem parlamentarischen System. Außerdem hat er der Korruption im Land den Kampf angesagt.

Autorin: Sabine Faber (dpa, rtr, afp, ap)

Redaktion: Thomas Grimmer

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