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Politik

Karsai über 50 Prozent

Bei der umstrittenen Präsidentenwahl in Afghanistan hat Amtsinhaber Karsai im ersten Durchgang offenbar mehr als die Hälfte der Stimmen gewonnen. Die Beschwerdekommission berichtet allerdings von Wahlbetrug.

Afghanistans Präsident Karsai (Foto: AP, Archiv)

Afghanistans Präsident Karsai (Archivbild)

Nach Auszählung von 91,6 Prozent aller Stimmen aus dem Wahlgang vom 20. August habe Hamid Karsai 54,1 Prozent erhalten, teilte die unabhängige Wahlkommission am Dienstag (08.09.2009) in Kabul mit. Auf seinen Hauptrivalen, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah, entfielen demnach 28,3 Prozent der Stimmen. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, wäre eine Stichwahl nicht nötig und Karsai könnte eine zweite Amtszeit antreten.

"Klare Beweise" für Wahlbetrug

Präsidentschaftskandidat Abdullah bei einem Treffen mit Unterstützern (Fot: AP)

Präsidentschaftskandidat Abdullah bei einem Treffen mit Unterstützern am 1. September in Kabul

Parallel dazu teilte die von den Vereinten Nationen unterstützte Unabhängige Beschwerdekommission (ECC) mit, es sei bei der Abstimmung vor knapp drei Wochen zu Betrug gekommen. Dafür gebe es "klare und überzeugende Beweise". Die Beschwerdekommission wies die Wahlkommission (IEC) an, Stimmen aus betroffenen Wahllokalen zu überprüfen und erneut auszuzählen. Bevor die Vorwürfe nicht geklärt sind, darf kein amtliches Endergebnis verkündet werden. Damit steht bis dahin offiziell auch kein Sieger fest.

Die Wahlkommission kündigte an, rund 200.000 Stimmen aus 447 der insgesamt rund 26.000 Wahllokale bei dem vorläufigen Ergebnis nicht zu berücksichtigen. Diese Stimmen seien "verdächtig" und zur Überprüfung an die Beschwerdekommission gegeben worden, sagte Daoud Ali Nadschafi von der IEC.

Die Betrugsvorwürfe richten sich in erster Linie gegen das Lager von Präsident Karsai. Die radikal-islamischen Taliban hatten zum Boykott der Abstimmung aufgerufen und Wähler bedroht. (wl/mas/dpa/rtr/afp/ap)

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