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Aktuell Amerika

Karneval in Rio: Tanze Samba mit mir

Goldener Adler und opulente Kostüme: Bei der fantasievollen Show in Rio de Janeiro ließen tausende Tänzer die Hüften zu Samba-Rhythmen kreisen und kämpften bis zum Morgen um den Titel der besten Sambaschule der Stadt.

Die farbenprächtige Parade der Sambaschulen ist in Rio de Janeiro in die Endrunde gegangen. Die Tänzer der Vila Isabel-Sambaschule (Artikelbild), die als erste ins Sambodrom der brasilianischen Metropole einzogen, trugen teils aufwändige paillettenüberladene Kostüme, teils kaum mehr als einen prachtvollen Federkopfschmuck. Auf den Festwagen der Gruppe lagen riesige Totenschädel sowie ein enormes bronzefarbenes Baby.

Zwei Wochen Straßenparaden

Bei der zweitägigen Parade wiegen die Tänzer der besten Sambaschulen der Stadt bis in die frühen Morgenstunden zu heißen Rhythmen geschmeidig ihre Hüften. Den Sieger des Wettbewerbs, den seine Veranstalter als "größte Show der Welt" bezeichnen, verkündet eine 40-köpfige Jury am Mittwoch. Den Paraden der Sambaschulen, einer Auswahl aus rund hundert Ensembles von Amateurtänzern aus der brasilianischen Metropole, gehen zwei Wochen mit Straßenparaden voraus. Am Karneval nehmen geschätzte fünf Millionen Menschen teil, darunter eine Million Touristen.

Allein der Parade im Sambodrom wohnten 70.000 tanzende und jubelnde Zuschauer bei. An der Darbietung der Sambaschulen sind tausende Tänzer und Musiker beteiligt, darunter mehrere hundert Trommler. Die Sambaschule Mangueira schloss die Vorführung im Morgengrauen mit einer Hommage an die Sängerin Maria Bethânia ab. Die Liedermacherin aus Bahia ist Anhängerin der afro-brasilianischen Candomblé-Rituale. Mangueira ist mit 18 Titeln eine der erfolgreichsten Schulen der Stadt und schickte über 4000 Tänzer und mehrere riesige Wagen in die Arena.

Brasilianer trotzen Wirtschaftskrise und dem Zika-Virus

Die im Fernsehen übertragenen Feiern waren für die Brasilianer eine willkommene Ablenkung von der Sorge um die besonders in Brasilien grassierende Zika-Epidemie. Hinzu kommt der Streit um die Korruptionsaffäre beim Erdölkonzern Petrobras und der Konflikt um das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Wegen der Wirtschaftskrise ist die Finanzierung für die aufwändigen Sambaaufführungen deutlich zurückgegangen. In 48 Städten wurde der Karneval sogar ganz abgesagt.

Die Mitwirkenden, von denen etliche sehr viel nackte Haut zeigten, sowie tausende Zuschauer ließen sich die Feierlaune nicht verderben. Doch die Gesundheitsbehörden bleiben wachsam. Nach dem Durchgang der jeweiligen Sambaschulen versprühten Gemeindearbeiter Insektengift auf der 700 Meter langen Piste im Sambodrom.

pab/rb (afp, dpa)

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