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Wirtschaft

Karneval in Köln, Kursverluste in Frankfurt

Während die Menschen in den Karnevals-Hochburgen mit dem Feiern begonnen haben, herrschte an der Frankfurter Börse miese Stimmung. Die Börsenbarometer haben erneut verloren.

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Anders als woander wird am Finanzplatz Frankfurt nicht gerade gefeiert

Zumindest konnte der Deutsche Aktienindex DAX seine Verluste inzwischen etwas eingrenzen. Der DAX stand am Donnerstagmittag mit 0,3 Prozent im Minus bei 4790 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 1,5 Prozent auf 1041 Zähler nach.

Wieder einmal waren es schlechte Vorgaben aus den USA, wo Dow Jones und Nasdaq im Minus geschlossen hatten. In Tokio hatte man offenbar genug von den ständigen Verlusten, der Nikkei schloss zum ersten Mal seit vier Handelstagen mit 1,7 Prozent im Plus. Der Schlussstand hier: 9583 Punkte.

Adidas mit guten Zahlen

Zu den Gewinnern im DAX gehörten die Aktien von Adidas-Salomon mit einem Plus von einem Prozent. Der Sportartikel- Hersteller präsentierte seine vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001. Die lagen, so ein Händler, genau im Rahmen der Erwartungen. Adidas-Salomon habe das versprochene Umsatz- und Gewinnwachstum "auf ganzer Linie" erreicht, sagte ein Analyst. Der Gewinn nach Steuern stieg um 15 Prozent. Das Umsatzergebnis nannte der Sportartikelhersteller das "beste seiner Geschichte". Die Verbesserung sei auf Wachstum bei allen Marken und in allen Regionen mit Ausnahme Nordamerikas zurückzuführen.

Schlechte Nachrichten von Celanese

Ganz anders sieht es beim Chemiekonzern Celanese aus. Im Jahr 2001 hat das Unternehmen nämlich rote Zahlen geschrieben, der Aktienkurs brach darauf regelrecht ein und verzeichnete bis zum Donnerstagmittag ein Minus von 15 Prozent. Der starke Verkaufsdruck zeige, dass die Anleger von einem so schlechten Ergebnis "regelrecht überrumpelt" worden seien, sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Celanese hatte am Donnerstag für das vergangene Jahr einen Verlust von fast 400 Millionen Euro gemeldet.

DaimlerChrysler erneut schwächer

Die Aktien von DaimlerChrysler gerieten erneut unter Druck. Das Papier verlor ein Prozent. Bereits am Mittwoch war die Aktie unter die Räder geraten, nachdem DaimlerChrysler eine stärkere Dividendenkürzung als erwartet angekündigt hatte. Dies wirke sich weiter belastend aus, sagte ein Händler. Zudem war mitgeteilt worden, dass der Autokonzern in diesem Jahr deutlich weniger verdienen wird als ursprünglich geplant.

Sonera belastet Telekom

Auch die Telekom-Aktie musste erneut abgeben. Nach Aussage von Marktbeobachtern belasten die schlechten Geschäftszahlen des finnischen Telekommunikations- unternehmen Sonera den deutschen Konzern. Sonera hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass es im abgelaufenen Geschäftsjahr mit seinem Vorsteuerergebnis in die roten Zahlen gerutscht sei. Außerdem wolle Sonera seine Beteiligung an der Deutschen Telekom abbauen. Die Aussicht auf Millionen weiterer T-Aktien, die auf den Markt drängten, ermuntere die Anleger derzeit "nicht gerade zum Zukaufen", sagte eine Analystin.

Vermutlich am Donnerstagnachmittag (MEZ) wird der Versicherungskonzern Allianz vorläufige Zahlen für 2001 veröffentlichen. Die Aktie liegt bislang mit über einem Prozent im Plus.

Duisenberg-Rücktritt ohne Auswirkungen

Weder die Aktienmärkte noch der Euro haben auf den für 2003 angekündigten Rücktritt von EZB-Chef Wim Duisenberg reagiert. Die Gemeinschaftswährung kostet fast unverändert 0,8664 US-Dollar.

Ein Händler sagte, Duisenberg spiele am Markt keine große Rolle. Ein anderer sagte: "Wir haben andere Dinge, die uns beunruhigen, wie zum Beispiel der Bruch wichtiger Unterstützungslinien oder schlechte Unternehmensnachrichten." Außerdem habe man doch schon lange gewusst, dass Duisenbergs Amtszeit vorzeitig ende.

  • Datum 07.02.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1pmJ
  • Datum 07.02.2002
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