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Landeskunde

Karneval für Fortgeschrittene

Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter: In Köln gibt es noch eine fünfte Jahreszeit, den Karneval. Manche können von Rosenmontagszug und Prunksitzung gar nicht genug bekommen. Andere gehen neue Wege.

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Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter: In Köln gibt es noch eine fünfte Jahreszeit, den Karneval. Manche können von Rosenmontagszug und Prunksitzung gar nicht genug bekommen. Andere haben den traditionellen Karneval bereits satt.

Jedes Jahr am Weiberdonnerstag  um 11.11 Uhr geht es los:  Verkleidete Frauen übernehmen symbolisch die Macht in der Stadt. Sie stürmen die Rathäuser und schneiden den Männern die Krawatten ab. Doch zu diesem Zeitpunkt ist der Karneval in Köln eigentlich schon seit mehreren Monaten in vollem Gange: Denn die so genannte fünfte Jahreszeit beginnt bereits am 11. November mit der Sessionseröffnung auf dem Alter Markt in der Nähe des Doms.

Karneval drinnen ... und draußen

Es folgt die Zeit der Karnevalssitzungen mit Büttenreden, Traditionskorps und der typischen Karnevalsmusik. Höhepunkte sind die Prinzenproklamation – die Vorstellung des Kölner Dreigestirns aus Prinz, Bauer und Jungfrau – und die großen traditionellen Karnevalssitzungen mit dem Elferrat.

Ab Weiberdonnerstag beginnt dann der Straßenkarneval. Mit phantasievollen bunten Wagen und Kostümen ziehen die Karnevalszüge durch die Straßen. Es werden Süßigkeiten – Kamelle – und kleine Blumensträuße in die Menge geworfen. Abends feiern die Kölner in Kneipen und auf der Straße weiter.

Geister und Stunk

Aber es gibt auch Alternativen für diejenigen, denen der traditionelle Karneval nicht gefällt. Statt zum Rosenmontagszug zieht es manche am Samstagabend zum Geisterzug, der immer nach Einbruch der Dunkelheit stattfindet. Im Gegensatz zu den offiziellen Karnevalszügen kann dort jeder mitlaufen. Passend zur Uhrzeit tragen die meisten Teilnehmer gruselige Kostüme.

Auch der Sitzungskarneval mit Gästen in Abendgarderobe war vielen Karnevalisten ein Dorn im Auge. Mit der Stunksitzung fand 1984 zum ersten Mal eine Karnevalssitzung abseits der etablierten Karnevalsgesellschaften statt. Stunk bedeutet soviel wie Streit oder Unfrieden – und genau darauf hat es das politische und kabarettistische Programm der Stunksitzung abgesehen.

Die ein oder andere Anzeige gegen die Veranstalter, vor allem mit Bezug auf die Darstellung der katholischen Kirche, hat es schon gegeben. Mittlerweile ist aber auch die Stunksitzung schon fester Bestandteil des Kölner Karnevals geworden: Sie wird sogar im Fernsehen übertragen.

Kamelle ohne Promille?

 

Die Kehrseite des fröhlichen Karnevalstreibens, zu dem für die meisten der Genuss des ein oder anderen Kölschs dazu gehört, ist die stetig steigende Zahl der Alkoholopfer. Immer mehr Jugendliche trinken an Karneval bis zum Koma. Seit einigen Jahren versucht man mit der Kampagne "Keine Kurzen für Kurze" (Kein Schnaps für Jugendliche) diesen Missstand zu beheben. Doch die Zahl der jugendlichen Trinker ist in den letzten Jahren nicht gesunken.


Autorin: Raphaela Häuser

Redaktion: André Moeller

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