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Kultur

Karlsmedaille für OSZE-Medienbeauftragte

Dunja Mijatović wird für ihre Verdienste um die Pressefreiheit mit der Karlsmedaille gewürdigt. Die Arbeit der Medienbeauftragten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sei vorbildlich, so die Jury.

"Indem Dunja Mijatović als OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien in Form einer Art Frühwarnsystems die Medienwicklung in den Mitgliedsländern beobachtet, setzt sie sich nicht nur für die Einhaltung der Menschenrechte in den einzelnen OSZE-Mitgliedsstaaten, sondern in ganz Europa ein", sagte der Vorsitzende des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden.

Fragile Rechte

Die jüngsten von Islamisten verübten Attentate in Paris und Kopenhagen, die als Anschläge auf die Pressefreiheit aufgefasst wurden, haben offenbar den Ausschlag gegeben, den Preis an die ausgewiesene Expertin für Medienrecht zu vergeben. "Bis vor kurzem kannte ich Dunja Mijatović selber nicht", bekannte Linden. Schon im Vorfeld der Preisverleihung hatte er erklärt, wie angreifbar und fragil die Rechte der Pressefreiheit seien, zumal nach den Anschlägen immer wieder über die Rolle und die Grenzen der Medien debattiert wurde.

Anwältin der Pressefreiheit

Dunja Mijatović nahm den undotierten Preis am 30. April in Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegen. Ihre Berichte, Mahnungen und Interventionen seien keine Fußnoten der großen Politik, sondern elementare Beiträge zur Verteidigung der Menschenrechte und der demokratischen Freiheiten, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philip in seiner Laudatio: "Dunja Mijatović hat diese Freiheit immer unabhängig und konsequent verteidigt."

In seiner Rede prangerte er außerdem das vor fünf Jahren in Ungarn verabschiedete, berüchtigte Mediengesetz als Beispiel für eine schwerwiegende Einschränkung der Pressefreiheit an.

Ableger des Karlspreises

Die Karlsmedaille für europäische Medien wird seit dem Jahr 2000 alljährlich von dem Verein "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens" an europäische Persönlichkeiten aus dem Medienbereich verliehen. Die Auszeichnung ist ein Ableger des Internationalen Karlspreises, der Verdienste um die europäische Einigung würdigt.

Dunja Mijatović arbeitete in Bosnien-Herzegownia mehrere Jahre als Direktorin der Radio-, Kommunikations- und Aufsichtsbehörde. Im Jahr 2010 trat sie ihr Amt als OSZE-Medienbeauftragte an. Sie ist die 15. Preisträgerin der Karlsmedaille, die vor ihr unter anderem der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der Filmemacher Fatih Akin und die Organisation Reporter ohne Grenzen erhielten.

suc/rey (dpa, az)

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