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Kultur

Karl Lagerfeld: Eklat im französischen Fernsehen

Der Modedesigner Karl Lagerfeld hat in einer französischen TV-Sendung die deutsche Flüchtlingspolitik kritisiert. Die muslimischen Flüchtlinge seien Feinde der Juden, sagte der 84-Jährige. Dafür hagelt es nun Kritik.

Bei der Entscheidung, 2015 rund eine Million Flüchtlinge ins Land zu lassen, sei bei Bundeskanzlerin Angela Merkel "plötzlich die Pastorentochter hervorgekommen", sagte der Modeschöpfer in der Sendung "Salut les Terriens" des Senders C8. Auf die Frage des Gastgebers, ob diese Entscheidung vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und Deutschlands Rolle in der Griechenland-Krise als Image-Pflege zu sehen sei, bejahte Lagerfeld und kündigte an, nun etwas Schreckliches zu sagen: "Man kann nicht Millionen Juden töten und, auch wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, später Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen."

Der "Figaro" berichtete am Dienstag, noch während der Sendung hätten zahlreiche Zuschauer in den sozialen Netzwerken Lagerfeld und den Fernsehsender kritisiert, auch bei der französischen Rundfunkaufsicht seien Beschwerden eingegangen. Dort berieten die Gremien nun darüber, gegen die Sendung eine Rüge auszusprechen.

Übergabe Wirtschaftsgutachten (picture-alliance/dpa/ M.Kappeler)

Pastorentochter: Der Designer warf Kanzlerin Merkel vor, mit der Flüchtlingspolitik ihr Image aufpolieren zu wollen

Designer für Rechtsaußen?

Auf Twitter waren die Reaktionen am Dienstag geteilt. Manche Nutzer lobten Lagerfeld und kündigten an, sich Parfum der Modemarke Chanel zu kaufen, für die er arbeitet. Das NDR-Satiremagazin "extra 3" twitterte, in Anspielung auf eine ältere Äußerung Lagerfelds, wonach jemand, der Jogginghose trage, die Kontrolle über sein Leben verloren habe: "Man kann auch ohne Jogginghose die Kontrolle über sein Leben verlieren."

"Dass Karl Lagerfeld mal Sprüche für die AFD designt, hätte auch ich nicht für möglich gehalten...", schrieb ein Twitter-Nutzer und lag damit richtig: Zahlreiche AfD-Politiker verbreiteten Lagerfelds Aussagen, um die eigene Politik zu untermauern. Diese Wirkung hat der 84-Jährige in der TV-Show vermutlich nicht bezweckt, denn dort äußerte er sich auch zum Einzug der AfD ins deutsche Parlament: "Ich hatte gehofft, dass so etwas, die Ankunft von Nazis im Deutschen Bundestag, nie wieder in meinem Leben passieren würde. Ich schäme mich für Deutschland."

tla/ pl (Salut les Terriens /lefigaro.fr/twitter)

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