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Kultur

"Karikatur und Zensur in der DDR" im Haus der Geschichte


Karikaturen und satirische Kleinplastiken aus der DDR sind von diesem Freitag (18.11.) an bis zum 5. März 2006 im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen. Neben Propagandazeichnungen, in denen das Feindbild und das sozialistische Wunschbild beschrieben werden, nehmen die kritischen Werke einen großen Raum ein. Anhand von Schriftwechseln der Behörden wird auch die Willkür der Zensur deutlich gemacht. Die Ausstellungsobjekte stammen aus den Jahren von 1948 bis 1991.

"Wäre es nach dem Willen der DDR gegangen, könnten Sie heute nur die halbe Ausstellung sehen", sagte der Projektleiter der Schau, Daniel Kosthorst, am Donnerstag. Denn das Zentralkomitee der SED habe bereits 1956 verordnet, der Kampf um eine sozialistische Zukunft könne niemals eine Quelle der Komik und der Lächerlichkeit sein.

Ein berühmtes Beispiel für eine «Plastikatur» genannte satirische Kleinplastik ist eine umgebaute Adler-Schreibmaschine. Bei einer Ausstellung soll DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker auf das Objekt gezeigt und gesagt haben: «Auf so einer hab ich Maschineschreiben gelernt.» Die Reaktion sei damals betretenes Schweigen gewesen, berichtete Kosthorst. Offenbar habe Honecker nicht genau hingesehen. Die Maschine weist lediglich drei Tasten auf, deren Buchstaben sich zum Wort «Bla» zusammenfügen.

  • Datum 17.11.2005
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7TYa
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