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Sport

Karibik-Kicker gegen einstige Kolonialmacht

Viele Spieler von Trinidad und Tobago kennen die Superstars der englischen Mannschaft nur aus dem Fernsehen. Jetzt wollen sie diese besiegen.

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Platzt vor Vorfreude: Dwight Yorke

15 Kicker des Karibik-Teams verdienen ihr Geld in Großbritannien - bis auf Torwart Shaka Hislop von West Ham jedoch in unteren Ligen. "Die meisten von uns spielen in Vereinen, von denen Sie vermutlich noch nie etwas gehört haben", sagt Verteidiger Brett Sancho vom Drittligisten FC Gillingham. Doch nach dem sensationellen Punktgewinn gegen Schweden ist der Optimismus im karibischen Lager vor der Partie ungebrochen. Zum ersten Mal überhaupt stehen sich die Nationalteams der einstigen Kolonialmacht und des bis 1962 von ihr beherrschten Karibik-Staats gegenüber.

Mitfavorit England überzeugte bei seinem knappen Auftaktsieg gegen Paraguay nicht und diskutierte anschließend über die Hitze im Frankfurter Stadion. Kapitän David Beckham will darüber jetzt kein Wort mehr verlieren. Das entschuldige nicht die Leistung der Mannschaft. Die Spieler seien besser, als sie es am Samstag gezeigt hätten. Im Sturm könnte Trainer Sven-Göran Eriksson den heiß ersehnten Wayne Rooney einwechseln, nachdem er den schwachen Michael Owen gegen Paraguay nach 56 Minuten vom Platz nahm.

Duell der Zwei-Meter-Männer

Owen werde aber noch in Form kommen, versichert Eriksson, so wie in bislang allen großen Turnieren. Der zweite Angreifer Peter Crouch bekommt es gegen Trinidad und Tobago vermutlich mit Verteidiger Dennis Lawrence zu tun, der wie er selbst zwei Meter misst. Er genieße die zusätzliche Verantwortung, der derzeit einzige vollständig fitte Stürmer zu sein, versichert der Liverpooler. Crouch und Mittelfeldmann Steven Gerrard sind mit einer gelben Karte vorbelastet. Bei einer weiteren Verwarnung müssen sie ein Spiel aussetzen.

Alles andere als ein Sieg der Engländer, mit dem sie sich in der Gruppe B fast schon sicher fürs Achtelfinale qualifiziert hätten, käme einer erneuten Sensation gleich. Doch Trinidad und Tobago mit ihrem gegen die Schweden herausragenden Keeper Hislop werden wieder ihr Bestes geben. "Wir haben die Jungs unser Leben lang im Fernsehen gesehen", sagt Sancho über seine Gegenspieler. Das Match sei die Gelegenheit, rauszugehen und alles zu zeigen. "Für uns erfüllt sich ein Traum."

Auch der 34-jährige Dwight Yorke, der seine besten Fußballerjahre bei Manchester United verbrachte und dort drei Mal die englische Meisterschaft und einmal die Champions League gewann, kann seine Vorfreude kaum bändigen. "Ich werde das Spiel in jedem Fall genießen, denn dieser Augenblick wird in meinem Leben einmalig bleiben", erklärt der Spieler, der jetzt beim FC Sydney spielt.

Trinidad und Tobago muss in Nürnberg ohne Avery John auskommen, der nach einem rüden Foul als erster Spieler bei der WM mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Er wird von Marvin Andrews ersetzt.

Gruppe B: England - Trinidad/Tobago, am 15.6. um 18 Uhr in Nürnberg

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