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Politik

Kapverdianer haben die Wahl

Wie viel Afrika darf es sein? Diese Frage stellen sich viele Kapverdianer vor der Parlamentswahl. Sie fürchten bei zu starker Anbindung ans afrikanische Festland Schaden für ihren bescheidenen Wohlstand.

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Bewiesen sich seit Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft als guten Demokraten: Kapverdianer

Die Kapverden gelten in Afrika als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Demokratisierung. Und dies obwohl nach dem Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft 1975 bis 1991 nur eine einzige Partei erlaubt war - die Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit der Kapverden - PAICV (Partido Africano para Independêcia de Cabo Verde). Doch bereits bei den ersten freien Wahlen 1990 kam es zu einem Machtwechsel, als die oppositionelle Bewegung für die Demokratie MpD (Movimento para a Democracia) die Wahlen gewann. 2001 verlor sie die Macht wieder an die PAICV - auch damals verlief Machtwechsel friedlich und geordnet. Nun stehen am 22. Januar 2006 erneut Parlamentswahlen an.

Die PAICV möchte in Zukunft mehr aus der geostrategischen Lage der Inseln mitten im Atlantik auf dem Weg vom Westafrika nach Europa profitieren. Sollte die Partei die jetzigen Wahlen gewinnen, will man sich weiter als Eingangstor für den afrikanischen Kontinent profilieren.

Magnet fürs Ausland

Kapverdischen Inseln

Blick auf den Hafen von Mindelo auf den Kapverdischen Inseln (Archiv)

Daneben setzt der linksgerichtete PAICV in seinem Wahlprogramm vor allem auf die Armutsbekämpfung und die Stärkung der Wirtschaft. "Wir wollen das Wachstumstempo des Landes beschleunigen und unsere Glaubwürdigkeit im Ausland erhöhen, um mehr Auslandsdirektinvestitionen anzuziehen", sagt José Maria Neves. Er ist Chef des PAICV und seit 2001 Premierminister der Kapverden. "Außerdem wollen wir unsere Unternehmens-Landschaft diversifizieren, um mehr Einkommen zu schaffen und so die Lebensqualität der Kapverdianer und unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern."

Seit Juni 2000 führt José Maria Neves den PAICV an. Er folgte damals Pedro Pires nach, dem derzeitigen Präsidenten des Landes. Obwohl der 47-jährige Neves in Brasilien Management studiert hat, sieht er sich selbst als einfacher Mann aus dem Landesinneren von Santiago - einer der mehr als 10 Inseln der Kapverden.

Neves' Gegner

Um erfolgreich regieren zu können, muss Neves die oppositionelle Bewegung für die Demokratie MpD (Movimento para a Democracia) schlagen. Auch wenn der MpD als eher konservativ und der PAICV als linksgerichtet gilt, so unterscheiden sich die Programme beider Parteien nicht allzu sehr. Auch der MpD möchte mehr in Bildung investieren und Arbeitsplätze schaffen.

Lesen Sie weiter: Warum die Kapverdianer dem Westafrikanischen Wirtschaftsbündnis mit Skepsis begegnen.

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