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Finanzwirtschaft

Kapitalerhöhung: Deutsche Bank auf Geldsuche

Die Deutsche Bank versucht mit Hilfe einer Kapitalerhöhung, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Deutschlands größtes Bankhaus will sich acht Milliarden Euro am Markt besorgen. Und: Die Postbank wird nicht verkauft.

Fachleute hatten damit gerechnet, die Pressemitteilung dazu kam am Sonntagnachmittag: "Deutsche Bank passt Strategie an und beschließt Kapitalerhöhung", lautete die Überschrift des Textes, der zugleich einen Einblick gibt, wie Vorstandschef John Cryan die Krise des Unternehmens in den Griff bekommen möchte. Zunächst gilt es, acht Milliarden Euro über die Kapitalerhöhung hereinzuholen. Dies soll durch die Ausgabe von Bezugsrechten geschehen. Daneben soll innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Minderheitsanteil der Tochtergesellschaft Deutsche Asset Management an die Börse gebracht werden und weitere Veräußerungen zusätzlich bis zu zwei Milliarden Euro in die Kasse des Geldhauses spülen.

Stärkere Position auf dem Heimatmarkt

Für die Kunden hierzulande ist interessant, dass die Postbank und das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank zusammengelegt werden sollen. Von einem Verkauf der Postbank ist nicht mehr die Rede. Der Mitteilung zufolge streben die Manager des Unternehmens, das durch viele Schadensersatzforderungen und Prozesse auch an Renommee verloren hat, eine "deutlich stärkere Position auf dem Heimatmarkt Deutschland" an. Die zusammengelegte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden hierzulande haben, hieß es.

Deutschland Deutsche Bank - Jahreszahlen 2016 - Vorstandschef John Cryan (picture-alliance/dpa/S. Prautsch)

Vorstandschef John Cryan

Mehr Widerstandskraft in der Krise

Bereits seit Monaten wird immer wieder über eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis des Unternehmens genagt hatten. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger für Krisen ist sie. Die Fondsgesellschaft Union Investment erklärte im Vorfeld, eine Kapitalerhöhung sei ein richtiger und logischer nächster Schritt, um die Bank neu auszurichten und das Geschäft wieder nach vorne zu bringen.

ml/qu (Deutsche Bank Presse, dpa)