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Aktuell Asien

Kapitän der Unglücksfähre "Sewol" verurteilt

Für die Hinterbliebenen des Fährunglücks in Südkorea gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Der Kapitan der "Sewol" muss für 36 Jahre ins Gefängnis, aber nach den neun Vermissten wird nicht mehr weitergesucht.

Knapp sieben Monate nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre "Sewol" ist in Kwangju der Kapitän zu 36 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dies berichten südkoreanische Medien. Zur Begründung sagten die Richter, der Kapitän habe seine Pflichten verletzt, was zum Tode von Menschen geführt habe. Der 69-Jährige Lee Joon-Seok habe die Passagiere im Stich gelassen. Der Kapitän war einer der ersten, die das sinkende Schiff verlassen hatten. Lee räumte in dem Prozess Fehler ein, wies aber den Vorwurf zurück, er habe den Tod der Passagiere bewusst in Kauf genommen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Zudem erklärte sie nach dem Urteil, Berufung einlegen zu wollen. Das Gericht verhängte auch gegen andere Besatzungsmitglieder Haftstrafen.

Kapitan Lee Joon-Seok auf dem Weg in den Gerichtssaal (Foto: rtr)

Kapitan Lee Joon-Seok auf dem Weg in den Gerichtssaal

Suche nach Vermissten eingestellt

Der für Meere und Fischerei zuständige Minister Lee Ju Young gab unterdessen bekannt, dass die Einsatzkräfte die Suche nach den restlichen Vermissten eingestellt habe. Die Unterwassereinsätze seien beendet, verkündete er. Er bedaure zutiefst, dass die noch immer vermissten neun Opfer des Fährunglücks nicht gefunden werden konnten.

Die Regierung habe "so viele Ressourcen wie möglich" dafür mobilisiert, sagte er. Doch die unsichere Lage rund um das Wrack mache weitere Sucheinsätze unmöglich. Das bisher letzte Opfer wurde Ende Oktober aus dem Wrack der Fähre vor der Südwestküste des Landes geborgen.

Die Fähre war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gesunken. Mehr als 300 Menschen kamen ums Leben, darunter etwa 250 Schüler. Neun Menschen wurden bis zuletzt noch vermisst. Die Angehörigen der Vermissten hatten trotz Warnungen der Behörden, die Opfer könnten längst ins offene Meer gespült worden sein, vor Ort ausgeharrt.

as/gmf (dpa, afp)