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Aktuell Asien

Kapitän der Unglücksfähre schuldig

Schuldig der fahrlässigen Tötung an 39 Menschen – so lautet das Urteil gegen den Kapitän der Hongkonger Fähre, die 2012 ein Ausflugsboot rammte und zum Sinken brachte. Auch über den Bootskapitän wurde geurteilt.

Hongkong Schiffsunglück

Nach dem Zusammenprall mit einer Fähre im Oktober 2012 starben 39 Passagiere eines Hongkonger Ausflugsboots

Die Mehrheit der Geschworenen war sich einig: Kapitän Lai Sai Ming hat den Tod von 39 Schiffspassagieren zu verantworten. Das Strafmaß gegen den 56 Jahre alten Angeklagten soll am Montag verkündet werden. Dem Kapitän droht eine lebenslange Haftstrafe.

Innerhalb von Minuten gesunken

Die Schnellfähre, die Hongkong mit der drei Kilometer entfernten Insel Lamma verbindet, war im Oktober 2012 mit einem Ausflugsschiff zusammengestoßen, das nach dem Zusammenstoß innerhalb von nur wenigen Minuten sank. An Bord des Schiffes befanden sich mehr als 120 Menschen, die ein Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag sehen wollten.

Beim Zusammenprall mit der Fähre wurde die linke Seite des Schiffes aufgerissen, dutzende Menschen wurden durch die Wucht der Kollision ins Wasser geschleudert. Andere wurden im Inneren des Bootes eingeschlossen. Nach nur zwei Minuten war das Ausflugsboot gesunken. Die Fähre dagegen kam nach der Kollision sicher am Hafen von Lamma an.

"Menschen auf hoher See in Gefahr gebracht"

Der Kapitän des gesunkenen Schiffes, Chow Chi Wai, wurde am Samstag vom Vorwurf des fahrlässigen Tötung freigesprochen. Die Geschworenen befanden ihn aber ebenso wie Lai schuldig, Menschen auf hoher See in Gefahr gebracht zu haben. Beide hätten ihre Pflicht verletzt, nach anderen Schiffen Ausschau zu halten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Kollision zu verhindern. Diese Tat kann mit bis zu vier Jahren Gefängnis bestraft werden.

Fehlende Rettungswesten und lose Sitze

Beide Kapitäne hatten sich gegenseitig beschuldigt, die Verantwortung für den Zusammenprall zu tragen. Das Schiffsunglück war das schwerste seit mehr als 40 Jahren. Nach dem Sinken des Ausflugsbootes waren Fragen über die Sicherheitsvorkehrungen im Hongkonger Hafen laut geworden, der als einer der verkehrsreichsten der Welt gilt.

Eine Expertenkommission hatte eine Reihe von Fehlern festgestellt, die für die hohe Zahl der Todesopfer mit verantwortlich war. So fehlte dem Ausflugsschiff eine wasserfeste Tür. Außerdem waren unbefestigte Sitze beim Sinken auf die Passagiere gefallen und hatten deren Flucht aus dem sinkenden Schiff erschwert. Ferner fehlten Rettungswesten für Kinder.

cw/ sc (afp, ape, dpae)