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Aktuell Welt

Kapitän der "Rena" verurteilt

Das Containerschiff "Rena" verursachte mit seiner Havarie im Oktober 2011 die schwerste Umweltkatastrophe Neuseelands. Nun sind der philippinische Kapitän und sein Navigationsoffizier verurteilt worden.

Beide müssen sieben Monate in Haft verbringen. Ihnen wird gefährliche Fahrweise, Umweltverschmutzung und Justizbehinderung zur Last gelegt. Im Gerichtsverfahren haben sie sich schuldig bekannt, die "Rena" in gefährlicher Weise gesteuert und nach dem Unfall das Logbuch manipuliert zu haben.

Der Staatsanwalt sagte, die Crew habe sich nicht an die normale Navigationspraxis gehalten, ihren Kurs nicht regelmäßig kartiert und den Schiffsradar ignoriert, der vor dem Riff gewarnt hatte. Der Kapitän, Mauro Balomago, zeigte Reue und gab die Handlungen zu.

Abkürzung führte zu Katastrophe

Weil Balomaga unbedingt eine Frist einhalten und den Hafen Tauranga so schnell wie möglich erreichen wollte, hatte er bei einer Fahrt im vergangenen Oktober den Kurs abgekürzt und damit das Unglück ausgelöst. Das Schiff lief 20 Kilometer vor der "Bay of Plenty" an der Nordinsel Neuseelands auf ein Riff auf und bekam Schlagseite. Bei einem Sturm brach das Frachtschiff schließlich auseinander und versank später im Meer.

Insgesamt liefen rund 350 Tonnen Öl ins Meer. Bei der Naturkatastrophe wurden 100 Kilometer der Küste verschmutzt, 2400 Vögel starben. Die "Bay of Plenty" ist ein beliebtes Touristengebiet und Paradies für Seevögel, Delfine und Wale. Um den Kapitän und den Navigationsoffizier zu schützen, wurden ihre Identitäten geheim gehalten. Es war zu befürchten, dass sie von wütenden Einheimischen attackieren werden könnten.

Navigationsoffizier Leonil Relon (l.) und Kapitän Mauro Balomaga bei der Urteilsverkündung (Foto: dapd)

Sieben Monate müssen die Verantwortlichen in Haft

Colin Reeder, ein Führer der indigenen Maoris erklärte hingegen, er verzeihe dem Kapitän, denn er sei nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Sein Ärger richte sich vielmehr gegen das System, das den Unfall zugelassen habe.

Die 236 Meter lange Rena lief unter liberianischer Flagge und gehörte der griechischen Reederei "Daina Shipping". Neuseeland hat die Reederei für das Abfließen toxischer Substanzen auf Schadensersatz verklagt. Die Höchststrafe liegt bei umgerechnet 360.000 Euro und einer Zusatzstrafe von knapp 6000 Euro für jeden zusätzlichen Tag an dem weiter Substanzen ausgeschieden werden. In dem Prozess gibt es noch keine Entscheidung.

rk/li (rtr, dapd, dpa)