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Welt

Kaperung türkischer Fähre gewaltsam beendet

Türkische Sicherheitskräfte haben eine zwölfstündige Geiselnahme auf einer Passagierfähre im Marmara-Meer gewaltsam beendet. Sie erschossen den Geiselnehmer und befreiten die mehr als zwanzig Passagiere.

Schnellboot seitlich neben mittelgroßem Fährschiff (Foto: AP/dapd)

Als die Fähre stoppte, stürmten türkische Einsatzkräfte das Schiff

Sicherheitskräfte stürmten das Schiff am Samstagmorgen (12.11.2011) um 04.35 Uhr vor der Küste der Stadt Silivri westlich von Istanbul, wie der Istanbuler Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu mitteilte. Der Geiselnehmer sei kurz nach Beginn des Einsatzes getötet worden. Er sei zwischen 28 und 30 Jahren alt gewesen und habe einen Sprengsatz bei sich gehabt, der jetzt genauer untersucht werde. Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt. Der Mann sei ein Anhänger der verbotenen Terrororganisation "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK), sagte Mutlu.

Die Fähre "Kartepe" wurde am Freitagnachmittag im Marmara-Meer im Nordwesten der Türkei entführt. An Bord befanden sich 24 Menschen, 18 von ihnen waren Passagiere. Sie alle seien in Sicherheit, sagte Gouverneur Mutlu. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Passagiere von der Fähre auf andere Schiffe umstiegen.

Polizeiboote umzingeln Fährboot (Foto: AP/dapd)

Bevor die Sicherheitsleute zugriffen, wurde die Fähre mehrere Stunden von Polizeibooten umzingelt

Kurs auf Öcalan-Insel?

Der Entführer hatte zwischenzeitlich Treibstoff und Lebensmittel verlangt, wie der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim sagte. Die Passagierfähre war zunächst einige Stunden lang gefahren und hatte dann gestoppt. Schiffe der Küstenwache waren die ganze Zeit über in unmittelbarer Nähe der Fähre.

Polizisten geleiten Mann aus Polizeieinsatzfahrzeug (Foto: AP/dapd)

Die Geiseln wurden gerettet

Im Marmara-Meer liegt die Imrali-Insel. Auf ihr ist seit mehreren Jahren der PKK-Chef Abdullah Öcalan inhaftiert. Nach Medienberichten könnte es das Ziel des Entführers gewesen sei, die rund 120 Kilometer südwestlich vom Ort der Entführung liegende Insel anzusteuern. Die türkischen Behörden hatten demnach die Sicherheitsvorkehrungen vor der Insel verstärkt.

Kampf einer Terrororganisation

Die PKK hatte im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufgenommen. In dem Konflikt starben rund 45.000 Menschen. Die Türkei, die EU und die USA haben die PKK als Terrororganisation eingestuft. Zuletzt waren bei einem Selbstmordanschlag der PKK im November vergangenen Jahres in Istanbul 32 Menschen verletzt worden. Nach einem blutigen Angriff auf türkische Soldaten im Oktober war die Armee mit einem großangelegten Einsatz gegen PKK-Rebellen im Südosten der Türkei und im Nordirak vorgegangen.

Autor: Martin Schrader (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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