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Aktuell Asien

Kanzlerin auf Truppenbesuch im afghanischen Masar-i-Scharif

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Montagmorgen zu einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Ihre Reise steht unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen.

Im Bundeswehr-Feldlager Masar-i-Scharif informierte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den deutschen Soldaten über deren Einsatz. Zum Auftakt der Visite gedachte sie am Ehrenhain der in Afghanistan gefallenen Soldaten. Eigentlich war geplant, dass Merkel das große Bundeswehrcamp in Kundus besucht - wegen heftigen Schneefalls war das aber nicht möglich.

#video#Die Kanzlerin ist bereits zum vierten Mal in Afghanistan - zuletzt war sie im Dezember 2010 dort. Damals hatte sie den Einsatz erstmals als Kriegseinsatz bezeichnet. Während ihrer nun über zehnjährigen Mission in Afghanistan hat die Bundeswehr insgesamt 52 Soldaten verloren. Sie starben bei Anschlägen, Unfällen oder im Gefecht.

Klappt Truppenabzug 2014?

Merkel äußerte sich vor Ort skeptisch über den geplanten Termin zum Abzug der NATO-Kampftruppen 2014. Grund sei der Stand des politischen Versöhnungsprozesses mit den Aufständischen. Dieser Dialog, unter anderem mit den Taliban, habe sich zwar weiterentwickelt, aber die Fortschritte seien noch nicht groß genug. Nach Ansicht der Kanzlerin kann man noch nicht sagen: "Wir können hier heute abziehen."

Afghanistan mit den Orten Kabul und Masar-i-Scharif (Grafik: DW/Sander)

Überraschungsbesuch im Nordosten Afghanistans

Aber der Wille sei da, bis 2013/2014 den Prozess so weit voranzubringen, dass ein eigenständiges Afghanistan funktioniere. Wichtig sei auch, dass der zivile Aufbau durch internationale Geber fortgeführt werde. Ein "Test" werde die Schließung des deutschen zivil-militärischen Wiederaufbauteams im nordostafghanischen Feisabad im kommenden Oktober werden. "Dann werden die afghanischen Kräfte dort ganz alleine die Verantwortung haben", sagte die Kanzlerin. Es werde sich dann zeigen, "ob diese Übergabe in Verantwortung auch wirklich klappt".

Abzug auf Raten

2002 startete die deutsche Truppe mit 1200 Soldaten, derzeit sind es rund 4800. Bis Anfang 2013 soll das deutsche Kontingent auf 4400 Soldaten reduziert werden. Bis 2014 will sich die Internationale Schutztruppe ISAF mit ihren Kämpfern ganz aus Afghanistan zurückziehen. Dann sollen die Afghanen selbst die Verantwortung für die Sicherheit in dem Land übernehmen.

wa/li/gri (dpa, rtr, dapd)