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Politik

Kandidat im zweiten Versuch?

Die politische Karriere des John McCain hat einen Makel: Im Jahr 2000 unterlag er George W. Bush im Kampf um die republikanische Kandidatur für die Präsidentschaftswahl. Jetzt versucht es der 70-Jährige noch einmal.

John McCain zeigt bei einem Empfang lachend auf einen Reporter (Quelle: AP)

Kandidiert für die Nominierung als Kandidat: Senator John McCain

"Ich kündige an, dass ich ein Kandidat für das Rennen um die Präsidentschaft sein werde", sagte John McCain in der CBS-Fernsehsendung von David Letterman, und überraschte damit nur wenige. Immerhin hat der Senator bereits im November einen entsprechenden Sondierungsausschuss eingesetzt.

Vor sieben Jahren hatte McCain schon einmal versucht, für die republikanische Partei nominiert zu werden. Damals scheiterte er an George W. Bush. Den hat er seitdem unterstützt, vor allem in der Irak-Politik. McCain ist für die derzeitige Truppenerhöhung und hat Forderungen nach einem schnellen Truppenrückzug stets zurückgewiesen. "Ein vorzeitiger Rückzug aus dem Irak, wie ihn die 'Bloß-Raus-Hier-Fraktion' vorschlägt", sagte McCain im November 2005, spiele den Terroristen genau in die Hände.

Amerikaner haben im Irak Fehler gemacht

In der derzeitigen Debatte um den Etat für den Einsatz im Irak hat der 70-Jährige zusammen mit anderen Senatoren eine Resolution vorgelegt, die die Finanzierung garantiert, allerdings gegenüber den Irakern konkrete Forderungen aufstellt. Das Engagement der Amerikaner im Irak, heißt es darin, dürfe nicht endlos sein. In der Resolution steht aber auch, dass die Amerikaner in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Das wirft McCain vor allem dem ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor: Dieser werde als einer der schlechtesten Verteidigungsminister der USA in die Geschichte eingehen.

Der weißhaarige Senator stimmt der Bush-Politik aber nicht immer zu. In der Diskussion um die Vorgänge im irakischen Abu-Ghraib vertrat McCain die Position, US-Behörden sollte Folter und grausame Behandlung von Gefangenen verboten werden. Diese Methoden beschädigten nicht nur das Image der Vereinigten Staaten, so McCain, sie führten auch nicht zum gewünschten Ziel: "Folter anzuwenden ist nicht nur schädlich, sondern auch unproduktiv."

Fünfeinhalb Jahre in nordvietnamesischer Gefangenschaft

McCain weiß, wovon er spricht. Im Oktober 1967 wurde der Marine-Pilot mit seinem Flugzeug über Vietnam abgeschossen. Er brach sich beide Arme und ein Bein und wurde von den Nord-Vietnamesen gefangen gehalten, meist in Einzelhaft. Er wurde geschlagen und bekam keine medizinische Versorgung. Erst fünfeinhalb Jahre später konnte er zu seiner Familie zurückkehren. 1981 schied McCain hoch dekoriert aus dem Marine-Dienst aus und ging in die Politik. Bereits ein Jahr später wurde er für Arizona in das Abgeordnetenhaus in Washington gewählt, seit 1986 ist er Senator.

McCain ist verheiratet und hat sieben Kinder. Im Rennen um die Präsdientschaftskandidatur kann er auf seine Erfahrungen in der Außen- und Verteidigungspolitik verweisen, er ist unter anderem Vorsitzender der Republikaner im Streikräfte-Ausschuss des Senats. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, so steht es auf seiner Internet-Seite, die Bürokratie in Washington zu bekämpfen, unnütze Regierungsausgaben abzuschaffen und die Streitkräfte zu stärken. Bei seiner jüngsten Wiederwahl zum Senator 2004 bekam er 77 Prozent der Stimmen.

Bundesstaaten sollen über Abtreibungsrecht entscheiden

John McCain streitet auch für mehr Freiheit der Bundesstaaten. Ihnen will er mehr Kompetenzen bei der Gesetzgebung einräumen, zum Beispiel bei der Frage der Abtreibung. Hier wäre es ihm am liebsten, wenn die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes von 1973, die Abtreibung nicht unter Strafe stellt, rückgängig gemacht würde.

Auf die formelle Erklärung der Kandidatur von McCain müssen die Amerikaner übrigens noch etwas warten - sie soll im April erfolgen.

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