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Kultur

Kanalsystem der Maya entdeckt

In Mexiko haben Archäologen in der UNESCO-Welterbestätte Palenque neun Kanäle aus der Maya-Zeit freigelegt. Sie befinden sich unter dem "Tempel der Inschriften", in dem die Grabkammer des Königs Pakal I. liegt.

Archäologen in Mexiko haben in der Ruinenstadt Palenque einen außergewöhnlichen Fund gemacht: Unter dem "Tempel der Inschriften" entdeckten sie ein Kanalsystem mit insgesamt neun Kanälen von 17 Metern Länge. "Die Entdeckung zeigt eine komplexe Wassertechnik", sagte Projektleiter Arnaldo González Cruz. Der Hauptkanal werde von einer Quelle gespeist und soll älter sein als der Tempel, der 675 als Grabmal für den König K'inich Janaahb' Pakal I. errichtet wurde. "Pakal der Große" (603-683), wie der König auch genannt wurde, übernahm im Alter von zwölf Jahren die Regierungsgeschäfte und herrschte bis zu seinem Tod über Palenque. Seit 1987 gehört die einstige Maya-Hochburg zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wasser bedeutete den Mayas viel

Der "Tempel der Inschriften" soll die Herrschaftsgeschichte der Stadt Palenque im südöstlichen Staat Chiapas erzählen. Nach der Entdeckung des Grabes von Pakal im Jahr 1952 sind die Inschriften jedoch noch immer nicht vollständig entziffert. Die Archäologen gehen nun davon aus, dass sich die Hieroglyphen des "Tempels der Inschriften" auf die Quelle beziehen.

In der Maya-Kultur habe Wasser eine allegorische Bedeutung gehabt, erklärte der Archäologe Pedro Sanchez Nava vom "National Institute of Anthropology and History". Das Wasser sei als Ort verstanden worden, in dem der Kreislauf des Lebens beginne und ende. Daher gilt es als wahrscheinlich, dass die Kanäle den Weg des Königs in die Unterwelt symbolisieren sollen. Der schmale Tunnel, der nur 60 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit ist, führt vom Vorplatz des Tempels in die Grabkammer des Maya-Königs.

Am Anfang war die Quelle...

Mit der Entdeckung des Kanalsystems unter der Tempelanlage wird die bisherige Forschung in Frage gestellt. Die Hypothese, derzufolge das Herrschergrab die Grundlage für die Tempelpyramide bilde, sei möglicherweise nicht länger haltbar. "Die Indizien weisen darauf hin, dass ihr Zentrum durch die Existenz einer Quelle festgelegt wurde", meint Projektleiter Arnaldo González Cruz.

Die Grabungen am Tempel hatten im Jahr 2012 begonnen, nachdem Wissenschaftler mit Georadar-Geräten nicht zu erklärende Unregelmäßigkeiten im Boden, festgestellt hatten.

bb/rey (dpa, AP)

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