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Kultur

Kanakisch, dem ubernhaupt krassestem Sprak

Es ist ganz einfach: Man nehme dem Dativ, spreche sich mit "Alde" oder "Tuss" an und würze das Ganze mit viel rrrollendem R. Kapierst Du?

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Kaya Yanar, der Kanak-Experte

Mitte der 90er Jahre boomte überwiegend in Akademiker-Kreisen das Thema der "political correctness". Angestrengt und in oft peinlicher Manier wurde versucht, sprachlichen Manifestationen des Rassismus etwas entgegenzusetzen. Nicht selten verbarg sich hinter dieser Angestrengtheit eben jene überhebliche Distanz, die es zu überwinden galt.

Das Phänomen "Kanakisch"

In diesem Jahr hat in Deutschland eine Entwicklung besonderer Art ihren Lauf genommen: Kanakisch, ein Mix aus Deutsch mit unterschiedlichen türkischen und arabischen Akzenten ist zum Inbegriff einer neuen deutschen Jugendsprache geworden.

Ein Vorläufer für dieses Phänomen ist das "Black English" schwarz-afrikanischer Jugendlicher in den USA. Sie trugen es in den Hip-Hop und die Rap-Musik hinein, sahen ihre Sprache als ein Medium der Selbstdarstellung.

Kanakisch, von Nicht-Kanaken immer als gehässige Bezeichnung der gebrochenen Sprache vor allem türkischer Immigranten gebraucht, ist nun durch die Kinder der Gastarbeiter salonfähig geworden. Der deutsch-türkische Schriftsteller Feridan Zaimoglu hat 1998 bereits einen entscheidenden Beitrag geleistet: Er übertrug Bekenntnisse junger Männer türkischer Abstammung aus der "Kanak-Sprak" - so auch der Titel seines Buchs - in ein lesbareres Deutsch.

Richtig durchgestartet mit dem Döner-Deutsch ist allerdings Kaya Yanar in seiner Comedy-Show "Was guckst du?!". Deutsche, Türken, Araber, Italiener und Inder kichern vor den Bildschirmen, wenn der Frankfurter türkisch-arabischer Abstammung die Multikulti-Gesellschaft aufs Korn nimmt.

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