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Kultur

Kanadischer Kinderschänder ist gefasst

Die weltweite Suche nach dem mutmaßlichen Kinderschänder Christopher N. aus Kanada ist beendet. Der Mann mit dem Spitznamen "Vico" wurde nach mehr als 350 Hinweisen aus der ganzen Welt in Thailand festgenommen.

Christopher Paul N., Quelle: AP

Christopher Paul N.

Polizei-Generalmajor Wimol Powintara mit den Fahndungsbildern, Quelle: AP

Polizei-Generalmajor Wimol Powintara mit den Fahndungsbildern

Nach weltweiter Internetfahndung ist der gesuchte mutmaßliche Kinderschänder aus Kanada am Freitag (19.10.2007) in Thailand gefasst worden. Christopher Paul N. wurde im Nordosten des asiatischen Landes verhaftet, wie Polizei-Generalmajor Wimol Powintara mitteilte. Zu den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs äußerte sich N. zunächst nicht. Der Polizei zufolge bestätigte der Verdächtige lediglich seinen Namen, die Nationalität und sein Alter. "Er (N.) sagte, er habe gewusst, dass dieser Tag kommen würde", sagte der thailändische Polizist Pasial Luesomboon der Nachrichtenagentur AFP. "Er sagte, er brauche einen Anwalt - von da an hat er überhaupt nichts mehr gesagt", berichtete er.

Viele Belastungszeugen

Möglicherweise hat der 32-Jährige hunderte Jungen und Mädchen missbraucht. Einige seiner Opfer könnten jünger als zehn Jahre gewesen sein, sagte der thailändische Polizeichef General Wongkot Maneerin. Der Polizeichef selbst verhörte den Verdächtigen: "Sein sexuelles Verhalten scheint außergewöhnlich gewesen zu sein. Wir haben viele Zeugen, die gegen ihn aussagen." Es sei wahrscheinlich, dass N. für den Missbrauch von Jungen während seiner Zeit als Englischlehrer in Bangkok vor vier Jahren verurteilt werde.

Zur Ergreifung habe ein Hinweis aus der Bevölkerung geführt, sagte Pongsapat Pongcharoen, ein Generalleutnant der Polizei, in Bangkok vor Journalisten. N. sei in einem Haus im Beisein eines 25-jährigen thailändischen Transvestiten gefasst worden. Dieser sei noch nicht von der Polizei verhört worden. Zur Beziehung der beiden zueinander äußerte sich Pongsapat nicht.

Bis zu 20 Jahre Haft

Nach seiner Verhaftung war N. nach Bangkok gebracht worden, wo er in Handschellen der Presse präsentiert wurde. Der Verdächtige versuchte, sein Gesicht hinter einem blauen Hemd zu verbergen, bevor er sich etwa fünf Minuten lang mit einer Sonnenbrille im Gesicht den Fotografen und Kameraleuten zeigte. Dem Kanadier drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.

Für den Durchbruch der beispiellosen Fahnung sorgte laut Interpol der Gang an die Öffentlichkeit. Am Donnerstag hatte Interpol Fotos des Gesuchten und eine Kopie seines kanadischen Passes auf ihre Website gestellt sowie eine Kopie seiner bei der Ankunft in Thailand am 11. Oktober ausgefüllten Einreisekarte. "Die Tatsache, dass wir an die Öffentlichkeit gegangen sind, brachte den Durchbruch", sagte der Interpol-Beamte Mick Moran.

200 Missbrauchs-Bilder im Internet

Die thailändische Justiz hatte am Donnerstag aufgrund von Aussagen eines neunjährigen mutmaßlichen Missbrauchsopfers Haftbefehl gegen N. erlassen. Ein 18-Jähriger gab zudem an, vor zwei Jahren von dem Kanadier missbraucht worden zu sein. Unterdessen meldeten sich drei junge Opfer des Kinderschänders bei der Polizei. Die Jungen hätten angegeben, der Mann habe sie in einem Appartement in Bangkok zum Oralsex gezwungen. Zur Tatzeit seien die Jungen 9, 13 und 14 Jahre alt gewesen, teilte die Polizei mit. Die Kinder hätten ihren Peiniger in Fernsehberichten erkannt.

Interpol hatte den Mann Anfang der Woche identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben. Grundlage dafür waren rund 200 im Internet entdeckte Bilder des Mannes mit Jungen aus Vietnam und Kambodscha ab einem Alter von etwa sechs Jahren. Er hatte zeitweise in Thailand gelebt und bis vor kurzem in Südkorea als Englischlehrer gearbeitet. Er war in der vergangenen Woche erneut nach Thailand eingereist. (stu)

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