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Einwanderungspolitik

Kanada will 300.000 Zuwanderer aufnehmen

Die Regierung in Ottawa hält auch künftig die Tür für Flüchtlinge auf. Allerdings wird sich der Schwerpunkt verlagern: So sollen mehr Migranten aufgenommen werden, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen.

Syrische Flüchtlinge kommen in Kanada an (Reuters/M. Blinch)

Flüchtlinge aus Syrien treffen in Toronto ein

Kanada modifiziert seine Flüchtlingspolitik: Im nächsten Jahr sollen - wie auch schon in diesem Jahr - 300.000 Migranten ins Land gelassen werden, wie Immigrationsminister John McCallum in Ottawa ankündigte. Unter den Neuankömmlingen sollen allerdings deutlich weniger Flüchtlinge sein, die in erster Linie Schutz vor Krieg und Gewalt suchen. Stattdessen will Kanada - wie auch in der Vergangenheit - überwiegend denjenigen Menschen eine neue Heimat bieten, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen.

Wettbewerb und Wirtschaftswachstum

Die Zuwanderung spiele "eine wichtige Rolle beim Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt" und wirke der Überalterung der Gesellschaft entgegen, begründete McCallum die Entscheidung. Sie trage zum Wirtschaftswachstum und zur Innovation bei.

Kanada Immigrationsminister John McCallum (picture alliance/empics/N. Denette)

Einwanderungsminister McCallum will weniger Menschen aufnehmen, die vor Krieg flüchten

Führende Wirtschaftsvertreter reagierten enttäuscht. Aus demografischen Gründen hätten sie sich für die nächsten fünf Jahre die Aufnahme von jeweils 450.000 Neuankömmlingen gewünscht. Eine seit Jahrzehnten niedrige Geburtenrate und eine steigende Lebenserwartung führen auch hier zu einer alternden Gesellschaft. Als klassisches Einwanderungsland verfolgt Kanada eine Zuwanderungspolitik mit dem Ziel, ausländische Arbeitskräfte so auszuwählen, dass sie langfristig den größten ökonomischen Nutzen für das Land bieten.

Die Zahl von 300.000 Zuwanderern pro Jahr solle auch in den kommenden Jahren die Orientierungsgröße bleiben, erläuterte der Minister weiter. Sie liege um rund 40.000 über den bislang üblichen Zahlen.

Familiennachzug wird ausgeweitet

Für das nächste Jahr peilt die Regierung an, 172.500 Zuwanderer aus Wirtschaftsgründen aufzunehmen und ihnen eine Arbeitsgenehmigung zu erteilen. Das Kontingent für "Flüchtlinge, die Schutz suchen" soll von 40.000 in diesem Jahr auf 16.000 im kommenden verkleinert werden. Parallel dazu soll jedoch der Familiennachzug für Flüchtlinge in Kanada ausgeweitet werden: 2017 sollen 84.000 Angehörige nachkommen dürfen.

se/wa (afp, rtr)

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