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Aktuell Nahost

Kampfpause zum Opferfest?

In seltener Einigkeit unterstützen sowohl die Türkei als auch der Iran den Plan des Sondervermittlers Brahimi für eine vorübergehende Feuerpause in Syrien. Der Chefdiplomat sieht den gesamten Nahen Osten in Gefahr.

Regierungssoldaten in Karam al-Jabal bei Aleppo (Foto: AFP/ Getty Images)

Syrien Aleppo Häuserkampf Syrische Soldaten

Die Zeit wird knapp: Das viertägige Opferfest Eid al Adha beginnt in diesem Jahr am 26. Oktober. An diesen Tagen sollen nach Vorstellung des Sondervermittlers der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, die Konfliktparteien in Syrien ihre Waffen vorübergehend schweigen lassen.

Brahimi räumte ein, dass eine solche Feuerpause, die UN-Beobachter überwachen würden, lediglich ein "mikroskopisch kleiner" Schritt auf dem Weg zu einem Ende der Gewalt wäre. Aber es wäre immerhin ein Anfang, warb der Diplomat für sein Anliegen in Libanons Hauptstadt Beirut. Wenn die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad den ersten Schritt unternähme, würde die Opposition seiner Einschätzung nach die Waffen ebenfalls ruhen lassen, sagte Brahimi in Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Michel Sulaiman und Regierungschef Majib Mikati.

Brahimi (r.) und der libanesische Präsident Suleiman (Foto: dapd)

Brahimi (r.) zeichnet im Gespräch mit Libanons Staatschef Suleiman ein düsteres Bild

Brahimi warnt vor Flächenbrand

Mit Blick auf die mutmaßliche Unterstützung der syrischen Aufständischen durch die Türkei, Saudi-Arabien und Katar sowie Hinweise auf Waffenlieferungen aus Russland und dem Iran an die syrischen Streitkräfte warnte der Syrien-Gesandte nochmals vor einer Ausweitung des Kriegs auf den gesamten Nahen Osten. "Diese Staaten müssen einsehen (...), dass es nicht möglich ist, dass diese Krise auf Dauer innerhalb der Grenzen Syriens bleibt", mahnte Brahimi in Beirut. "Entweder es wird sich darum gekümmert, oder sie wird sich ausbreiten und alles verschlingen."

Zuvor hatten sowohl die iranische Regierung als auch die der Türkei Brahimis Plan für eine Feuerpause befürwortet. Zweifel meldete die staatliche türkische Zeitung "Al Thaura" an, die in der mangelnden Geschlossenheit und Führungslosigkeit der Rebellen das Haupthindernis für eine Waffenruhe sieht.

Neuer Schusswechsel an türkisch-syrischer Grenze

Am Mittwochabend reagierten die türkischen Streitkräfte wieder mit dem Abschuss von Mörsergranaten auf einen vorangegangenen Granateneinschlag aus Syrien. Das syrische Geschoss war drei Meter hinter der Grenzlinie niedergegangen, ohne dass es Verletzte gab. Die Garnison der Grenztruppen in Hacipasa in der Provinz Haytan habe mit einem Vergeltungsschlag geantwortet, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Am 3. Oktober waren fünf türkische Zivilisten durch den Einschlag eines syrischen Artilleriegeschosses getötet worden. Auch in den Tagen danach gingen mehrmals aus Syrien abgefeuerte Geschosse auf türkischem Territorium nieder. Die Türkei reagierte bisher auf jede Granate aus Syrien mit Vergeltung.

se/qu (dapd, afp, rtr)

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