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Kultur

Kampfjet-Absturz bei Flugschau

Katastrophe bei einer Flugschau in der ukrainischen Stadt Lwiw: Mindestens 78 Menschen sind am Samstag beim Absturz eines Kampfjets in eine Zuschauermenge ums Leben gekommen. Etwa 116 Menschen wurden schwer verletzt.

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Eine Maschine vom Typ Suchoi Su-27 (Archivfoto) stürzte in die Menge

Dies berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf die ukrainischen Zivilschutzbehörden. Die Behörden befürchteten jedoch einen Anstieg der Zahl der Opfer. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks begab sich der ukrainische Präsident Leonid Kutschma aus Kiew nach Lwiw, um sich vor Ort ein Bild von der Katastrophe zu machen.

Rund 20 Krankenwagen waren nach dem Unglück im Dauereinsatz, um die Verletzten zu bergen. Viele der Opfer wurden per Hubschrauber in die Krankenhäuser der Stadt gebracht.

Beim Tiefflug abgestellte Maschine gestreift

Augenzeugen berichteten, dass der Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 beim Tiefflug über die Piste des Flughafens Skniliw eine abgestellte Maschine gestreift hatte. Als die Maschine daraufhin ins Trudeln geriet, retteten sich die beiden Piloten per Schleudersitz. Das führerlose Kampfflugzeug stürzte anschließend in die Menge und explodierte dort. Die beiden Piloten blieben nach Angaben der Behörden unversehrt.

Die Flugschau war zum 60. Jahrestag der Gründung des 14. Korps der ukrainischen Luftwaffe organisiert worden. Lwiw feierte an diesem Samstag (27. Juli 2002) zudem den 58. Jahrestag der Befreiung durch die Rote Armee. Erst am Morgen hatte Präsident Kutschma zum 10. Jahrestag des ukrainischen Militärs seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion eine große Militärparade mit Flottenmanöver und Flugschau für den 1. August in Sewastopol angeordnet. Die Militärs wurden angewiesen, "das Ansehen der Streitkräfte" zu heben.

Suchoi Su-27

Der Abfangjäger Suchoi Su-27 mit dem NATO-Codenamen "Flanker" gilt als eines der wendigsten Kampfflugzeuge und
hat eine ganze Reihe von Steigzeitweltrekorden aufgestellt. Der "Star" von Luftfahrtausstellungen auf der ganzen Welt wird von der Luftwaffe vieler Länder, unter anderen China, Russland, Usbekistan und Ukraine, eingesetzt.

Bekannt war bisher nur ein Absturz einer russischen Suchoi Su-27 bei einem Demonstrationsflug anlässlich der Flugmesse in Le Bourget bei Paris am 12. Juni 1999. Beide Piloten konnten sich retten.

Erinnerungen an Ramstein werden wach

Bei Luftfahrtschauen ist es in den vergangenen 50 Jahren in vielen Ländern wiederholt zu schweren Unglücken mit
Todesopfern gekommen. Die bisher schwerste Katastrophe ereignete sich bei einer Flugschau im pfälzischen Ramstein bei Kaiserslautern im August 1988. Damals kamen 70 Menschen ums Leben, als die Maschine einer italienischen Kunstflugstaffel bei einem Manöver mit zwei anderen Düsenjets zusammenprallte. Wie ein Feuerball stürzte der Flieger in die Menge. 450 Menschen trugen zum Teil schwerste Verletzungen davon, viele von ihnen leiden noch heute unter den Folgen. Seit der Katastrophe darf es in der Bundesrepublik keine militärischen Kunstflüge bei derartigen Veranstaltungen mehr geben. (fro)