Kampfgetümmel | Sprachbar | DW | 22.11.2017
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Kampfgetümmel

Ob der Kampf auf Leben und Tod, der faire Wettstreit beim Sport, das Ringen um Fassung oder der Zwist unter Nachbarn: Gekämpft wird viel und noch mehr darüber geschrieben und gesprochen.

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Kampfgetümmel

„Campus“ ist lateinisch und heißt Feld, also eine begrenzte Fläche. Das Wort „Kampf“, das auch schon im Althochdeutschen existierte, bedeutet also nicht nur, dass da jemand kämpft, sondern es verweist auch auf den Ort, wo das geschieht: auf einem Feld oder Platz, der vorher abgesteckt wurde. Ein Kampf hatte also ursprünglich Regeln. Solche Kämpfe gibt es heute noch im Sport, doch der Begriff wird inzwischen für jede Art von Auseinandersetzung benutzt, vom Kampf mit sich selbst beim Erreichen des Traumgewichts bis hin zur kriegerischen Auseinandersetzung.

Kampfhandlungen 

Zwei Männer in Piratenkleidung kämpfen mit dem Degen (picture-alliance/Everett Collection/Walt Disney)

Degengefechte gibt es fast nur noch in Piratenfilmen

Zahlreiche Philosophen meinen, dass der Mensch einfach nicht friedlich wäre, dass Fortschritt, Entwicklung und Zivilisation nur durch Kämpfe erreicht würden. Kämpfe von Jung gegen Alt, von Tradition und Moderne, von Stillstand und Veränderung. Der Krieg als Motor menschlicher Entwicklung.

Dementsprechend gibt es für diese Art von Kampf zahlreiche Begriffe und Synonyme. Krieger ziehen in die Schlacht, tragen eine Fehde aus, verüben ein Massaker oder richten ein Blutbad an. Auch wenn der Degen heute nicht mehr eingesetzt wird, spricht man von „Gefechten“. Krieg und Kampf werden zum Waffengang, auch Streit bedeutet Kampf, denn Truppen heißen Streitkräfte. Wenn der Kampf harmlos ist, heißt er „Geplänkel“, und wenn es ganz schlimm wird, gibt es ein „Gemetzel“.

Der alltägliche Kampf

Gartenzwerg mit Messer im Rücken (picture-alliance/dpa/P. Steffen)

Der Kampf am Gartenzaun geht oft vor Gericht

Doch es geht auch eine Nummer kleiner. Der Kampf Mann gegen Mann, wie er noch bei mittelalterlichen Fehden üblich war, hat sich ins Private verlagert. Und da wird gekämpft bis aufs Messer. Der Eigenheimbesitzer, dem die Büsche des Nachbarn über den Gartenzaun wachsen, liegt mit ihm im Clinch, das Ehepaar im Nebenhaus streitet sich jeden Abend um die TV-Fernbedienung, und der Zoff um die wenigen Parkplätze in der Straße will einfach nicht enden.

Dann ist da noch das Duell um das dickste Auto, der Zank zwischen Kindern auf dem Spielplatz und das Gerangel um die besten Plätze beim Fußballspiel am Samstag. Außerdem die Rauferei, die es regelmäßig in der Dorfkneipe gibt, wenn mal wieder alle zu viel getrunken haben. Und nicht zu vergessen der 16-jährige Gamer, der vor seiner Spielkonsole dem Endkampf entgegenfiebert.

Vom Kampf mit sich selbst

In der Leichtathletik gibt es den Zehn- und den Fünfkampf, ein Fußballspiel wäre nichts ohne packende Zweikämpfe. Und was ist mit dem Einkampf?

Ein Mann schiebt einen Berg von Akten zur Seite (picture-alliance/dpa/SZ /T. Lehmann)

Der tägliche Kampf gegen den Aktenberg ...

Den gibt es nicht, zumindest als Wort. Aber allein kämpfen geht durchaus: Menschen boxen sich durchs Leben, ringen lange mit sich selbst, bevor sie sich endlich entscheiden, oder sie gehören zu denjenigen, für die schon das tägliche Aufstehen ein einziger Kampf ist. Danach kämpfen sie sich vielleicht zur Arbeitsstelle durch, nehmen dann den Kampf gegen die Aktenberge auf, um schließlich nach dem alten Studentenmotto ohne „Mampf kein Kampf“ in die Kantine zu gehen, wo sie sich wie jeden Mittag ihren Sitzplatz mühsam erkämpfen.

Ein fairer Kampf?

Die Idee vom fairen Kampf, dem Wettkampf zweier gleicher Gegner, existiert vor allem im Sport. Im Stadion gibt es die Kampfbahn, beim Boxen den Kampfrichter und natürlich in jeder Sportart den Kampf um den ersten Platz. Die kriegerische Auseinandersetzung wird hier sozusagen gezähmt. Es gibt zwar Sieger und Verlierer, doch nach einem verlorenen Kampf kann man immerhin wieder aufstehen und sich mit neuem Kampfesmut ins Getümmel stürzen. Denn hier geht es eher um Eifer, Bemühen und Anstrengung.

Man kann aber auch für oder um etwas kämpfen, zum Beispiel im Kampf für mehr Gerechtigkeit oder um die beste Idee. Kämpfen muss also wirklich nicht immer blutig sein. In diesem Sinne: auf in den Kampf für eine bessere Welt.

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