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Politik

Kampfansage an den Extremismus

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat den Islamisten im Land den Kampf angesagt. Das internationale Echo auf die Maßnahmen ist bisher positiv.

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Pervez Musharraf während seiner Fernsehrede an die Nation

Knapp einen Monat nach dem Attentat auf das indische Parlament hat der pakistanische Präsident Pervez Musharraf militanten Extremisten den Kampf angesagt. In einer Fernsehrede an die Nation verbot er am Samstag zwei militante Kaschmir-Gruppen, die von Neu Delhi für den blutigen Anschlag verantwortlich gemacht werden. Im Vorfeld der Ansprache nahm die pakistanische Polizei bereits etwa 350 moslemische und separatistische Extremisten fest. Mittlerweile sollen es über 1100 sein. Die Gruppe Lashkar-e-Taiba kündigte trotz des Verbots eine Fortsetzung des "Heiligen Kriegs" im indischen Teil Kaschmirs an. An Indien gerichtet sagte Musharraf, Pakistan werde im Kaschmir-Konflikt "keinen Zentimeter" weichen.

Sein Land leide seit Jahren unter "sektiererischem Terrorismus", betonte Musharraf. Jetzt sei "der Tag der Abrechnung" gekommen. Hass und Gewalt müssten bekämpft und eine Nation der Harmonie geschaffen werden. Neben den extremistischen Organisationen Lashkar-e-Taiba und Jaish-e-Mohammad verbot der Militärmachthaber auch auch die sunnitische Partei Sipah-i-Sahaba Pakistan und die schiitische Tehreek-i-Jafria Pakistan sowie die extremistische Organisation Tehreek-i-Nifaz-e-Shariat Mohammedi (TNSM). Die TNSM hatte nach Beginn der US-Angriffe im Oktober tausende Freiwillige in den "Heiligen Krieg" nach Afghanistan geschickt.

Kashmir-Frage muss gelöst werden

Trotz des Parteienverbots betonte Musharraf, Pakistan werde keinen der von Indien gesuchten 20 Verdächtigen für den Parlaments-Anschlag ausliefern. Islamabad werde seine Kaschmir-Politik "niemals ändern". Jeder Versuch Indiens, die Grenze zu verletzen, werde mit "voller Kraft" zurückgeschlagen. Pakistan werde "keinen Zentimeter" zurückweichen. Die Kaschmir-Frage müsse jedoch auf friedlichem Wege gelöst werden. Keine Organistion dürfe sich im Namen Kaschmirs dem Terrorismus verschreiben. Die indische Regierung lehnte eine offizielle Stellungnahme zunächst ab. Aus dem Außenministerium verlautete, Neu Delhi werde Musharrafs Rede eingehend prüfen.

Pakistanische Demonstranten in Karachi

Anti-Indische Proteste am Samstag, 12. Januar 2002, im pakistanischen Karachi

Der jahrzehntelange Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan hatte sich nach dem Anschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember mit 14 Toten verschärft. Beide Länder stationierten in den vergangenen Wochen tausende Soldaten in der umstrittenen Kaschmir-Region. (pg)

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