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Aktuell Nahost

Kampf um syrische Metropole Aleppo eskaliert

In der einstigen Millionenstadt Aleppo haben sich Regierungstruppen und Aufständische erneut harte Gefechte geliefert. Die Armee hat die einzige Zufahrtsstraße in die von Rebellen gehaltenen Viertel gekappt.

Nach einem Luftangriff am Sonntag trägt ein Mann ein verwundetes Kind in das Krankenhaus des Ortes Kafr Hamra im Norden von Aleppo (Foto: Anadolu)

Nach einem Luftangriff am Sonntag trägt ein Mann ein verwundetes Kind in das Krankenhaus des Ortes Kafr Hamra im Norden von Aleppo

Syrische Rebellen haben eine groß angelegte Offensive auf die von der Regierung gehaltenen Viertel der Stadt Aleppo gestartet. Wie ein AFP-Reporter berichtete, starteten die Rebellen ihren Angriff am frühen Morgen an mehreren Fronten. An der Trennlinie zwischen dem von der Regierung kontrollierten Westen und dem von Rebellen gehaltenen Osten der Stadt wurde heftig gekämpft.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete den Angriff. "Oppositionsgruppen haben eine groß angelegte Offensive an vier Fronten gegen die Regierung in der Stadt Aleppo gestartet, darunter die Altstadt", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Es gebe schwere Kämpfe. Allerdings seien die Rebellen noch nicht vorwärts gekommen, weil das Militär von Präsident Baschar al-Assad die umkämpften Viertel aus der Luft angreife.

Kämpfer der Rebellen am Sonntag in der Nähe von Aleppo bei einem Angriff auf Regierungstruppen (Foto: Anadolu)

Kämpfer der Rebellen am Sonntag in der Nähe von Aleppo bei einem Angriff auf Regierungstruppen

Angaben über Todesopfer bei den Kämpfen lagen zunächst nicht vor. Jedoch gab es erneut Berichte über getötete Zivilisten durch Raketenangriffe der Rebellen. Staatliche Medien berichteten, die Rebellen hätten Raketen auf Wohngebiete im Westteil von Aleppo gefeuert.

Dabei seien acht Zivilisten getötet und 80 verletzt worden. Laut der Beobachtungsstelle schlugen im Westteil der Stadt 300 Geschosse ein, dabei seien mindestens fünf Menschen getötet worden. In den Trümmern der betroffenen Viertel sammelten Bewohner ihr Hab und Gut zusammen, um woanders einen Unterschlupf zu suchen.

Rückeroberung gescheitert

Die Rebellenoffensive erfolgte, nachdem die syrische Armee die einzige noch verbliebene Zufahrtstraße in die Rebellengebiete im Osten Aleppos gekappt hatte. Kämpfer der Islamistengruppe Failak al-Scham und des mit ihr verbündeten syrischen Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra-Front scheiterten am Wochenende mit dem Versuch, die Straße wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Zerstörungen durch Luftangriffe auf das von Rebellen gehaltene Viertel Kadi Askar am Freitag (Foto: Anadolu)

Zerstörungen durch Luftangriffe auf das von Rebellen gehaltene Viertel Kadi Askar am Freitag

Laut Beobachtungsstelle wurden bei den Kämpfen 29 Rebellen getötet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle erhält ihre Informationen von einem Netzwerk aus Aktivisten und Ärzten in Syrien. Ihre Angaben sind für Medien meist nur schwer zu überprüfen.

Um Aleppo im Nordwesten des Landes wird besonders erbittert gerungen, weil eine Rückeroberung der einstigen Handelsmetropole ein besonderer Triumph Assads über die Rebellen wäre.

Vor Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren war Aleppo die größte Stadt des Landes. In Syrien kämpfen die Regierungssoldaten gegen verschiedene Gruppen Aufständischer sowie die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS), die im Osten ihre Hochburgen hat. Kämpfe gegen den IS sind von wiederholten Feuerpausen grundsätzlich ausgenommen, die aber auch den übrigen Konfliktparteien kaum Einhalt gebieten.

stu/SC (afp, dpa, rtr)

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