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Aktuell Nahost

Kampf um Militärflughafen

Rebellen und Soldaten kämpfen unerbittlich um den syrischen Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib. Er gehört zu den letzten Bastionen der syrischen Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

Die Aufständischen hatten am Morgen wieder versucht, das Gelände zu stürmen. Unter den Kämpfern waren nach Angaben von Aktivisten auch Anhänger einer besonders schlagkräftigen islamistischen Gruppe. Auf Videos war zu sehen, wie sie die Hubschrauberbasis mit schweren Machinengewehren beschossen. Doch dann zogen sie sich zurück. Das berichtete die in Großbritannien ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA stellte das Geschehen nach ihrer Interpretation so dar: Die Streitkräfte hätten "den Angriff der Terroristen" zurückgeschlagen und ihnen schwere Verluste zugefügt. Die Rebellen hatten in den vergangenen Monaten schon mehrfach versucht, den Militärflughafen einzunehmen. Auch vom Flughafen Mannag in der Provinz Aleppo und dem internationalen Flugplatz in Aleppo meldeten örtliche Beobachter schwere Gefechte.

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Syrien: Angriff auf eine Tankstelle

Blutiger Jahresauftakt

Gewalt und Tod haben den Beginn des neuen Jahres in Syrien begleitet. Die Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, am Mittwoch seien 220 Menschen ums Leben gekommen. Die syrische Luftwaffe hatte unter anderem eine Tankstelle in der Nähe der Hauptstadt Damaskus angegriffen. In den Beschreibungen war von einem regelrechten Inferno die Rede. Ein Amateurvideo zeigte einen etwa einen Meter tiefen Krater und mindestens zehn Leichen. Mehrere Autos standen in Flammen und schwarze Rauchsäulen stiegen zum Himmel auf.

Zehntausende starben innerhalb eines Jahres

Der Bürgerkrieg in Syrien hat nach UN-Angaben schon mindestens 60.000 Menschen das Leben gekostet. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sagte in Genf, das ist "wahrhaft schockierend". Sie kritisierte das internationale Krisenmanagement: "Das Versagen der internationalen Gemeinschaft - vor allem des Weltsicherheitsrats - beschämt uns alle. Wir haben herumgedoktert während Syrien brennt." Eine Studie der Vereinten Nationen hatte festgestellt, dass die Zahl der Todesopfer von monatlich rund 1000 im Sommer 2011 auf mehr als 5000 pro Monat seit Juli 2012 angestiegen ist. Aus den Zahlen geht allerdings nicht hervor, ob es sich bei den Todesopfern um Rebellen, Soldaten oder Zivilisten handelt. Auch über deren ethnische und religiöse Zugehörigkeit liegen keine Zahlen vor.

Journalist verschleppt

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist in Syrien ein amerikanischer Kriegsreporter verschleppt worden. Der 39 Jahre alte James Foley sei Ende November im Nordwesten des Landes von unbekannten Bewaffneten entführt worden und gelte seitdem als vermisst, teilte seine Familie mit. Foley hatte für die französische Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) aus dem Krisengebiet berichtet. Die Medienorganisation Reporter ohne Grenzen forderte eine bedingungslose Freilassung des Journalisten.

cd/as (dpa, dapd, rts)

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