1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Asien

Kampf um Medaillen in Neu Delhi

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen und nach heftigen Kontroversen während der Vorbereitung sind in Neu Delhi die 19. Commonwealth-Spiele eröffnet worden.

Eröffnungszeremonie im Jawaharlal-Nehru-Stadion (Foto: AP)

Eröffnungszeremonie im Jawaharlal-Nehru-Stadion

Die Feier war farbenfroh. Rund 60.000 Zuschauer erlebten auf den Rängen hautnah mit, wie der britische Thronfolger Prinz Charles und Indiens Premierminister Manmohan Singh am Sonntag (03.10.) im Jawaharlal-Nehru-Stadion den offiziellen Startschuss für die Commonwealth-Spiele gaben. Aus Angst vor Terroranschlägen und um einen reibungslosen Ablauf der Spiele zu gewährleisten, sind in und um Neu Delhi nach offiziellen Angaben mehr als 100.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Während der Feier am Sonntag kreisten außerdem Hubschrauber und unbemannte Aufklärungsflugzeuge über der Stadt.

Wut auf den Rängen

Aufräumarbeiten nach dem Einsturz einer Fußgängerbrücke am Nehru-Stadion (Foto: EPA)

Aufräumarbeiten nach dem Einsturz einer Fußgängerbrücke am Nehru-Stadion

Die Vorbereitungen auf das Sportereignis standen bis zuletzt unter keinem guten Stern: Sicherheitsbedenken, erhebliche hygienische Mängel und miserable Zustände der Athleten-Unterkünfte sorgten im Vorfeld für Negativ-Schlagzeilen. Dazu kamen Berichte über Korruption und daraus resultierende bauliche Verzögerungen und Mängel an den Veranstaltungsorten. So war erst vor wenigen Tagen am zentralen Nehru-Stadion eine neu erbaute Fußgängerbrücke eingestürzt. Viele Top-Athleten zogen ihre Teilnahme zurück, beispielsweise der dreifache Sprint-Olympiasieger Usain Bolt aus Jamaika. Mehrere Nationen hatten in den vergangenen Tagen überlegt, ihre Sportler nicht nach Indien zu schicken. Zu einem solchen Boykott ganzer Teams kam es letztendlich aber doch nicht.

Für die aufstrebende Wirtschaftsnation Indien ist das ein Desaster, denn die Spiele, die erst zum zweiten Mal überhaupt in Asien stattfinden, sind für viele der mehr als 1,1 Milliarden Einwohner eine Herzensangelegenheit. Indien wollte sich - ähnlich wie Peking bei den Olympischen Spielen 2008 - als guter Gastgeber präsentieren und sich so in eine aussichtsreiche Position bringen - für die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2020. Doch stattdessen stand bis kurz vor der Eröffnung sogar die Frage nach einer Absage der Spiele im Raum.

Prinz Charles und Prinz Edward beim Besuch im Schwimmstadion am Montag (Foto: AP)

Prinz Charles und Prinz Edward beim Besuch im Schwimmstadion am Montag

Die Enttäuschung und Wut der indischen Bevölkerung über diese - wie eine große Tageszeitung titelte - "nationale Schande" ist groß. So groß, dass sie sich während der Eröffnung am Sonntag entlud: Als Suresh Kalmadi, der Chef des Organisationskomitees ans Mikrofon trat und Sportler und Fans willkommen hieß, wurde er laut ausgebuht. Immer wieder wurde er in seiner Ansprache unterbrochen. Aber Kalmadi ließ sich trotz aller Störungen nicht aus dem Konzept bringen, sondern brachte seine fünfminütige Rede zu Ende.

Dengue-Fieber im Athletendorf

Ein Fest der Farben am Sonntag in Neu Delhi (Foto: AP)

Ein Fest der Farben am Sonntag in Neu Delhi

Kurz vor der Eröffnung mussten die Gastgeber noch einen Schock verkraften: Im Athletendorf wurde ein Fall des lebensgefährlichen Dengue-Fiebers bekannt. Ein indischer Sportler wird deswegen seit ein paar Tagen im Krankenhaus behandelt. Wahrscheinlich habe er sich außerhalb der Sportler-Unterkünfte angesteckt, so der Sprecher des behandelnden Hospitals. "Der Athlet ist aber bereits auf dem Wege der Besserung." Im Juni waren die ersten Fälle von Dengue-Fieber in der indischen Hauptstadt aufgetreten. Mindestens 1300 Personen sind mit dem Virus infiziert, es gab bereits drei Todesfälle. Die Krankheit wird durch Moskitos übertragen. Zuletzt hatte sich die Population der Stechmücken in Neu-Delhi durch den heftigen Monsunregen verstärkt.

Mittlerweile haben die sportlichen Wettkämpfe begonnen, an denen Athleten aus 71 Nationen teilnehmen. Bis zum 14. Oktober kämpfen Sportler aus Großbritannien und den ehemaligen britischen Kolonien in insgesamt 17 Disziplinen um Medaillen.

Autorin: Esther Broders
Redaktion: Thomas Latschan

Die Redaktion empfiehlt