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Aktuell Welt

Kampf um jeden Meter in Aleppo

In der syrischen Metropole halten die erbitterten Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen an. Der Iran ruft die Konfliktparteien zum Dialog auf.

In der syrischen Millionenstadt Aleppo kämpfen die Rebellen mit allen Kräften gegen die vorrückenden Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Den strategisch wichtigen Stadtteil Salaheddin konnten die Aufständischen nicht halten.

Kommandeure der Rebellen teilten in Telefonaten mit westlichen Nachrichtenagenturen mit, ihre Kämpfer hätten sich aus Salaheddin in angrenzende Stadtteile zurückgezogen und bereiteten eine Gegenoffensive vor. In Korrespondentenberichten hieß es allerdings auch, den Rebellen drohe die Munition auszugehen. Nach Berichten syrischer Staatsmedien nahm die Armee die Aufständischen auch im Osten und im Südosten Aleppos in der Nähe des Flughafens sowie in einem nordwestlich gelegenen Vorort unter Beschuss.

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Der Machtkampf um Aleppo

Ein Kameramann berichtete nach Angaben der Deutschen Presseagentur, er habe in Salaheddin die Leichen von mehr als 25 getöteten Rebellen gesehen. Auch Zivilisten seien in den Kämpfen ums Leben gekommen. An den Gebäuden sei enormer Schaden entstanden. Einige seien bis auf den Grund zerstört worden - ein Indiz für den Einsatz von Flugzeugbomben und schwerer Artillerie durch die Regimetruppen.

Das syrische Militär hatte am Miitwoch einen neuen Anlauf gestartet, um die Aufständischen aus der seit fast drei Wochen umkämpften nordsyrischen Metropole zu vertreiben. Beide Konfliktparteien sehen im Ausgang des Kampfes um Aleppo eine Vorentscheidung mit Blick auf das Schicksal des Assad-Regimes. Immer mehr Menschen flüchten aus der Stadt. Die türkischen Behörden teilten mit, inzwischen seien mehr als 50.000 Flüchtlinge über die Grenze gekommen. Vor der Küste Süditaliens wurde ein Fischerboot mit 124 Syrern an Bord abgefangen. Sie kamen in einem Auffanglager unter.

Iran fordert nationalen Dialog

Derweil versucht sich das mit dem Assad-Regime verbündete Syrien mit einer diplomatischen Initiative ins Spiel zu bringen. Zum Abschluss einer Syrien-Konferenz mit Vertretern von 29 Staaten in Teheran rief Außenminister Ali Akbar Salehi die Konfliktparteien zum Dialog auf. "Wir sind auch im Kontakt mit der syrischen Opposition, nicht mit allen, aber mit manchen, und sind immer noch bereit, Gastgeber eines Treffens der Regierung mit der Opposition Syriens zu sein", sagte der iranische Chefdiplomat.

Nach einem Bericht des iranischen Fernsehens nahmen Russland, China, Indien, Jordanien und eine Reihe anderer Staaten an dem Treffen teil. Die meisten Länder waren nur durch ihre Botschafter vertreten. Westliche Nationen und die Mehrzahl der arabischen Länder, die den Rücktritt Assads fordern, waren in Teheran nicht dabei. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, erklärte in Washington, es gebe "Beweise", dass der Iran Assad beim "Mord an seinem eigenen Volk" unterstütze.

Als UN-Syrien-Gesandter im Gespräch: Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi (Foto:ddp/AP)

Lakhdar Brahimi

Wie im UN-Hauptquartier in New York bekannt wurde, gilt der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des scheidenden Syrien-Sondergesandten Kofi Annan. Der 1934 geborene Diplomat hatte mehrere ranghohe Posten bei den Vereinten Nationen inne, unter anderem als Gesandter für Afghanistan und den Irak. Annan hatte in der vergangenen Woche seinen Rücktritt als gemeinsamer Syrien-Sondergesandter der UN und der Arabischen Liga zum Monatsende erklärt. Der ehemalige UN-Generalsekretär hatte einen Sechs-Punkte-Friedensplan vorgelegt, der aber nicht umgesetzt worden war.

wl/SC (rtr, afp, dpa, dadp)

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