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Wirtschaft

Kampf um ABN Amro: Konsortium bietet über 71 Milliarden Euro

Die Royal Bank of Scotland steigt in den Kampf um die weltgrößte Bankenübernahme ein: Mit einem Angebot von mehr als 71 Milliarden Euro will sie die niederländische Bank ABN Amro der britischen Barclays wegschnappen.

Flaggen der ABN Amro und der Barclays Bank, Foto: AP

Wer gewinnt den Poker um die niederländische Großbank ABN Amro?

Im Kampf um die niederländische Großbank ABN Amro hat das Dreierkonsortium um die Royal Bank of Scotland (RBS) ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt. RBS bietet gemeinsam mit Fortis und der spanischen Banco Santander 71,1 Milliarden Euro und liegt damit über dem Konkurrenzangebot der britischen Großbank Barclays. Den ABN Amro-Aktionären werden 30,40 Euro in bar sowie 0,844 RBS-Anteile je Aktie geboten, teilte das Konsortium am Dienstag (29.5.07) in London mit. ABN Amro wollte das Angebot prüfen und noch nicht kommentieren.

LaSalle Bank-Gebäude in Chicago, Foto: AP

Was passiert mit der ABN Amro-Tocher LaSalle?

Die Offerte, die weiterhin vom Verbleib der amerikanischen ABN Amro-Tochter LaSalle im Konzern abhängt, liegt nach Angaben des Konsortiums knapp 14 Prozent über dem Gebot von Barclays. Das Konsortium wurde bisher vom ABN-Amro-Management abgelehnt. Die Niederländer unterstützen eine Fusion mit Barclays, obwohl diese weniger für ABN Amro zahlen will.


Zerschlagung geplant?

Das Barclays-Angebot wird auf 63 Milliarden Euro geschätzt, die Tochter LaSalle ist darin allerdings nicht eingeschlossen. Ein formelles Gebot soll im Juli vorgelegt werden. ABN Amro hat einem Verkauf von LaSalle an die Bank of America zugestimmt, was ein Gericht in Amsterdam jedoch kürzlich untersagte. Die Anteilseigener sollten darüber abstimmen.

Das Dreierkonsortium will ABN Amro zerschlagen und unter sich aufteilen. Das RBS-Konsortium betonte, dass bei der Übernahme durch die drei Banken weniger Arbeitsplätze abgebaut würden als im Falle einer Fusion zwischen ABN Amro und Barclays. ABN hatte im April angekündigt, dann fast 11.000 Jobs zu streichen.


Spareffekte erhofft


John Varley (l.), Barclays und Rijkman Groenink (r.)ABN Amro, Foto: AP

Waren sich eigentlich einig: Barclays und ABN

Das RBS-Konsortium rechnet damit, dass die Übernahme Kostensynergien von 4,23 Milliarden Euro bringen können. Zudem sehen die drei Banken zusätzliche Ertragspotenziale von 1,22 Milliarden Euro. Diese sollen bis Ende 2010 realisiert werden. Die Gewerkschaft Unite äußerte Bedenken und forderte die Beteiligten auf, bekannt zu geben, wie die Kosten eingespart würden. Am 4. Juni würden Mitglieder aller Gewerkschaften, die die Mitarbeiter von RBS, Barclays und ABN repräsentierten, zusammenkommen, um eine Antwort auf die Übernahmepläne zu geben.

RBS werde Geschäftsteile für rund 27,2 Milliarden Dollar übernehmen und hat es vor allem auf das US-Geschäft sowie die asiatischen Segmente abgesehen. Die Bank wolle für die Übernahme neue Aktien für rund 15 Milliarden Euro ausgeben.

Marktführer in den Benelux-Staaten

Fortis will durch die Übernahme zum Marktführer in den Benelux- Ländern werden und Anteile für rund 24 Milliarden Euro kaufen. 15 Milliarden Euro davon sollen über die Emission neuer Anteile gestemmt werden.

Banco Santander will mit dem Kauf von ABN Amro-Segmenten für knapp 20 Milliarden Euro die Präsenz in Brasilien ausbauen und in Italien Fuß fassen. Die Spanier müssen sich für die Übernahme zwischen 9,5 und 10 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgen. (ina)

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