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Aktuell Welt

Kampf gegen Terror bringt Terror

Die USA setzen in ihrem Krieg gegen Terrorgruppen wie Al Kaida zunehmend unbemannte Drohnen ein. Ein effektives Mittel für das US-Militär, aber "Terror" für die Bevölkerung in den betroffenen Ländern, warnen US-Forscher.

Zivilisten müssen einen hohen Preis zahlen für den Drohnenkrieg der US-Amerikaner. Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern leiden Zivilisten rund um die Uhr unter der Angst vor Angriffen, die vor allem kleinere Aufständische im Nordwesten des Landes zum Ziel haben. Damit terrorisierten die US-Drohnen die Menschen, zitierte die BBC aus der Studie der Stanford University und der New York University.

Nutzen der Angriffe zweifelhaft

Viele Kinder verließen demnach die Schule - entweder aus Furcht vor Angriffen oder weil sie arbeiten müssen, um ausfallende Löhne getöteter Familienmitglieder auszugleichen.

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Wehrbeauftragter fordert bewaffnete Drohnen (24.09.2012)

Außerdem verbreite die Praxis der doppelten Angriffe besonders viel Angst, heißt es in dem Bericht. Dabei würden auch die Helfer getötet, die den Verletzten nach einem ersten Drohnenangriff zur Hilfe eilten. Für die Studie sei auch die Bevölkerung in den betroffenen Ländern befragt worden.

Schätzungen zufolge haben amerikanische Drohneneinsätze bislang Hunderte Militante in Pakistan, Afghanistan und im Jemen getötet, darunter führende Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida und der Taliban. Immer wieder kommen aber auch Unbeteiligte ums Leben. Offizielle Angaben zur Zahl der Einsätze und den Opfern gibt es nicht.

USA überzeugt vom Drohneneinsatz

Ungeachtet der Proteste Pakistans setzen die USA im Kampf gegen Islamisten weiter regelmäßig Drohnen ein. Auch US-Präsident Barack Obama verteidigt die Angriffe, da sie "nicht willkürlich", sondern "sehr sorgfältig und sehr gezielt" durchgeführt würden. Umstritten sei aber auch, dass die Einsätze in Pakistan nicht vom US-amerikanischen Militär, sondern vom Geheimdienst CIA durchgeführt würden, schreibt BBC.

Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Reprieve hatte die Studie in Auftrag gegeben. Sie handelte im Namen des Pakistaners Noor Khan, der im März 2011 seinen Vater bei einem Drohnenangriff in pakistanischen Nord-Waziristan verlor.

Deutschland erwägt Drohnenkauf

Nach dem Wehrbeauftragten des Bundestages drängt in Deutschland nun auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, auf eine schnelle Beschaffung bewaffneter Drohnen für die Truppe. Diese seien vor allem bei Auslandseinsätzen wie in Afghanistan sehr wichtig, sagte er der "Passauer Neuen Presse", um Gegner in Gefahrensituationen wie im Falle eines Hinterhalts direkt auszuschalten.

"Wir brauchen die bewaffneten Drohnen sehr schnell und sollten sie jetzt beschaffen", betonte Kirsch. Dagegen rechnet der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ernst-Reinhard Beck, nicht mit einem Einsatz von deutschen Kampfdrohnen beim angestrebten Rückzug aller Truppen vom Hindukusch bis 2014. "So schnell ist das nicht zu bewerkstelligen. Die Anschaffung einer Militärdrohne ist nicht so leicht abzuwickeln wie ein Autokauf", sagte Beck der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Bundesregierung denke jedoch über den Kauf eines entsprechenden Systems aus Israel oder den USA für 2014 nach. Parallel bemühe sie sich, mit Frankreich einen Vertrag über die Entwicklung und Bau einer bewaffneten unbemannten Drohne in Europa zu schließen. "Wir hoffen, dass wir bis 2020 eine europäische Lösung gefunden haben», sagte Beck.

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