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Politik

Kampf gegen Menschenhandel

Weltweit werden 600.000 bis 800.000 Menschen in andere Staaten verschleppt. Um dieses Verbrechen zu bekämpfen, fordern Menschenrechtler die Rechte der Opfer in den Vordergrund zu stellen.

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Sklaverei:
Auch im 21. Jahrhundert noch ein Thema

Das UN-Protokoll gegen Menschenhandel, seit Dezember 2003 in Kraft, ist bereits von mehr als 100 Staaten ratifiziert worden. Sie verpflichten sich darin, Menschenhandel vorzubeugen, zu verfolgen und zu bestrafen, den Opfern zu helfen und dabei weltweit zusammen zu arbeiten. Vor allem die Hintermänner sollen so zur Rechenschaft gezogen werden.

Vielschichtiges Phänomen

Frau im Gegenlicht vor einem Fenster

Vor allem Frauen und Kinder sind Opfer von Menschenhändlern

Was fehlt, ist die Umsetzung in die Gesetzes des jeweiligen Landes. In nur einem guten Dutzend Staaten ist grenzüberschreitender Menschenhandel ein eigener Straftatbestand, kritisiert Antonio Maria Costa, Direktor der UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung in Wien: "Viele Länder unterschreiben das internationale Abkommen, aber dann sagen sie . nun, hier geht es um Prostitution und Prostitution ist so alt wie die Menschheit, also warum sollen wir uns einmischen."

Menschenhandel nur im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung zu sehen, greift aber zu kurz. Opfer werden auch Männer, die unter unwürdigen Bedingungen zum Beispiel in fremden Ländern in Minen arbeiten müssen, Jungen, die als Kindersoldaten missbraucht, kleine Mädchen, die als billige Hausangestellte verkauft werden, weil ihre Eltern sie nicht ernähren können - in Südostasien genauso wie im reichen Europa und in den USA. Das Phänomen des Menschenhandels ist vielschichtig.

Film als Transportmittel

Kindersoldaten patroullieren durch die Straßen von Bunia im Kongo

Kindersoldaten im Kongo

Die Einrichtung eines europäischen Tages gegen den Menschenhandel sei ein wichtiger Schritt, meint Costa. Die EU würde sich bewegen - wenn auch in dem sehr langsamen Tempo einer Institution, die die Zustimmung ihrer Mitglieder braucht. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Franco Frattini, der für diese Fragen zuständig ist, würde aber daran arbeiten, dass das UN-Protokoll gegen Menschenhandel in mehr Europäischen Ländern umgesetzt wird. Dabei geht es auch darum, den Opfern zu helfen - und sie nicht in ihr Heimatland abzuschieben, erklärt Costa.

Den Film "Trade" des deutschen Regisseurs Marco Kreuzpaintner, der Menschenhandel zum Thema hat, begrüßt Costa als eine Möglichkeit, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Dass die Handlung in den USA spielt, habe damit zu tun, dass Hollywood sehr stark auf das eigene Land fokussiert sei, um an der Kinokasse möglichst erfolgreich zu sein: "Die Situation ist überall auf der Welt dramatisch, in Europa, Lateinamerika, Asien, Afrika. Ich möchte nicht, dass jemand, der den Film sieht, denkt, Menschenhandel ist nur oder hauptsächlich ein Problem in den USA."

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