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Aktuell Nahost

Kampf gegen IS: "Schwierig und kompliziert"

Die USA richten sich nach den Worten von Pentagon-Chef Hagel auf einen langwierigen Kampf gegen die IS-Terrormiliz ein. Diese zeigt sich von Luftangriffen weitgehend unbeeindruckt. Fällt die syrische Grenzstadt Kobane?

Der Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) sei langfristig, schwierig und kompliziert, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bei einem Besuch in Chile. Außerdem müsse man dabei viele Faktoren bedenken. Die USA arbeiteten derzeit an einer Strategie mit ihren Partnern, so Hagel weiter.

Bei den Luftangriffen auf Stellungen der Extremisten rund um die strategisch wichtige Stadt Kobane seien Fortschritte erzielt worden, berichtete der Pentagon-Chef. Die IS-Kämpfer seien zurückgedrängt worden. US-Regierungskreisen zufolge könnte die strategisch wichtige Stadt in Nordsyrien in den kommenden Tagen dennoch in die Hand der Islamisten fallen. Sollten IS-Milizionäre Kobane erobern, hätten die sunnitischen Extremisten einen durchgängigen Grenzstreifen von mehr als 200 Kilometern zum NATO-Land Türkei unter ihrer Kontrolle.

Deutscher soll Selbstmordanschlag verübt haben

Im Nordosten des Iraks soll ein deutscher Islamist sowohl nach Angaben des IS als auch von Kurden an Selbstmordanschlägen beteiligt gewesen sein. So meldet die Terror-Expertenplattform SITE auf ihrer Internetseite, der IS habe sich zu drei Sprengstoffattacken in der der Provinz Dijala bekannt, die laut IS ein Deutscher, ein Türke und ein Saudi am Sonntag verübten. Die kurdische Gorran-Partei meldete über den Twitter, bei den Attentätern habe es sich um ein Deutschen, ein Türken und ein Tunesier gehandelt. Diesen Angaben zufolge wurden dabei außerd den drei Attentätern mindestens 14 Menschen getötet. Die irakische Armee sprach von 25 Toten. Die meisten Opfer waren demnach Veteranen der gegen den IS kämpfenden kurdischen Peschmerga-Miliz.

Außerdem starteten die Dschihadisten im Irak einen neuen Versuch, in Richtung Bagdad vorzurücken. Wie das Nachrichtenportal "Sumaria News" berichtete, zielte die Offensive auf eine Übernahme der strategisch wichtigen Stadt Amirijat al-Falludscha. Irakische Streitkräfte und Stammeskrieger hätten die Terrormiliz jedoch zurückschlagen können, hieß es.

Steinmeier setzt auf Saudis

Vor seiner Reise nach Saudi-Arabien betonte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die zentrale Rolle des Königreichs bei der Bewältigung der Krisen in der Region. Gerade im Kampf gegen den "Islamischen Staat" werde es entscheidend sein, "auch jenseits des Militärischen in der Region zu einer Verständigung auf eine gemeinsame politische Strategie zu kommen", erklärte Steinmeier. Mit der Ausrichtung einer Konferenz Mitte September in Dschiddah, die erstmals regionale Akteure an einen Tisch brachte, und dem Anschluss an die internationale Allianz im Kampf gegen den IS habe Saudi-Arabien eine Führungsrolle in der Region übernommen, fügte der deutsche Außenminister hinzu.

Frank-Walter Steinmeier (Foto: Reuters)

Steinmeier: "Alte Feindschaften überwinden"

Im "Tagesspiegel am Sonntag" plädierte Steinmeier dafür, dass die arabischen Länder, die Türkei und der Iran im Kampf gegen den IS enger zusammenarbeiten. Dazu müssten "alte Feindschaften überwunden werden", sagte Steinmeier der Zeitung.

Die Staaten der Region sind sich in ihrer Ablehnung der Gruppe einig, doch kooperieren sie nur bedingt miteinander. Während Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate die Luftangriffe der USA in Syrien unterstützen, lehnt der Iran eine Kooperation mit den USA ab. Allerdings unterstützt er die irakische Regierung und schiitische und kurdische Milizen im Kampf gegen die IS-Miliz.

Die Türkei wiederum beteiligt sich bisher nicht an Luftangriffen in Syrien oder dem Irak. Das türkische Parlament hat zwar der Regierung in Ankara eine Erlaubnis zum Eingreifen erteilt, doch wurden bisher lediglich Truppen an der Grenze zusammengezogen. Sie fordert die Schaffung einer Pufferzone im Norden Syriens, findet damit aber international kaum Rückhalt.

wa/cw/haz (dpa, afp)