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Aktuell Afrika

Kampf gegen Ebola mit allen Mitteln

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika geht die Weltgesundheitsorganisation neue Wege. Auch noch nicht getestete Medikamente sollen zum Einsatz kommen.

Eine Experten-Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab nach zweitägigen Beratungen grünes Licht für den Einsatz von noch nicht klinisch erprobten Medikamenten wie dem Mittel ZMapp im Kampf gegen das in Westafrika wütende Ebola-Virus. Therapien auf der Grundlage bislang noch ungetesteter Seren seien "ab sofort" zulässig, hieß es in Genf. Nach neuen WHO-Angaben ist die Zahl der Ebola-Toten allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone auf 2097 gestiegen.

Zwei aussichtsreiche Impfstoffe

Wie die WHO-Experten weiter mitteilten, könnten schon im November zwei Impfstoffe gegen das tödliche Virus für Testpersonen in Westafrika ausgeliefert werden. Zunächst müssten aber die nötigen Sicherheitstests abgewartet werden. Vielversprechend sind nach Ansicht der Experten auch Blut- und Plasmatransfusionen. Allerdings müsse dafür erst die nötige Ausrüstung in den Krankenhäusern installiert werden.

Die Vereinten Nationen in New York haben unterdessen ein Krisenzentrum zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie eingerichtet. "Was als Gesundheits-Notsituation begonnen hat, entwickelt sich gerade zur sozialen und wirtschaftlichen Herausforderung für Millionen von Menschen", sagte UN-Generalsekretär Ban nach einem Gespräch unter anderem mit Vertretern der WHO und der Weltbank.

Ban appellierte an die internationale Gemeinschaft, die von der WHO benötigten 600 Millionen Dollar (etwa 460 Millionen Euro) für die Unterstützung der betroffenen westafrikanischen Länder aufzubringen. Die EU stockte ihre Hilfe für die Ebola-Länder von bisher 11,9 Millionen Euro auf 144 Millionen Euro auf.

UN wollen Epidemie 2015 stoppen

Ban erklärte weiter, die UN hätten sich das Ziel gesetzt, der Seuche bis spätestens Mai nächsten Jahres Monaten Einhalt zu gebieten. "Das Ziel ist, die Ebola-Übertragung in den betroffenen Ländern binnen sechs bis neun Monaten zu stoppen und eine internationale Verbreitung des Virus zu verhindern." Die "kommenden Wochen werden entscheidend sein" für die internationalen Anstrengungen im Kampf gegen die Krankheit, betonte der UN-Generalsekretär.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) forderte eine umfassende Absicherung der Einsatzkräfte in den Ebola-Krisengebieten. "Als Hilfsorganisation benötigen wir die Garantie, dass unsere Helfer im Falle einer Infektion mit dem hochansteckenden Virus die beste medizinische Versorgung bekommen", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Hier müsse die Politik ihren Beitrag leisten. Den Helfern müsse ein Rücktransport nach Deutschland garantiert werden.

wl/rm (dpa, afp, rtr, epd)